Teil  7:    Kommunikationspsychologie

 

Psychodynamische und tiefenpsychologische Ansätze(1)

 

In Abgrenzung von den andern kommunikationstheoretischen Kapiteln im vorliegenden Band (8.1- 8.3, 8.5 und 8.6) wird sich dieser Abschnitt weniger mit gesamtgesellschaftlichen Aspekten der Kommunikation oder mit kognitiven Vorgängen (im engeren Sinne) befassen, sondern intensiver auf solche kommunikativen Prozesse eingehen, die bei einer segmentierenden oder formalen Analyse häufig beiläufig behandelt, wenn nicht ,gar verdrängt werden(2). Wir werden uns daher im Folgenden auf affektive bzw. emotionale sowie auf beziehungsdefinierende Elemente der Kommunikation konzentrieren und uns insofern auf eine enge Auswahl aus der Fülle kommunikationspsychologischer Theorien beschränken. Speziell berücksichtigen wir psychodynamisch und tiefenpsychologisch motivierte Kommunikationsanalysen, deren Interesse vor allem den unbewussten Antrieben und Motiven gilt, die auch dann unser verbales wie nonverbales Verhalten bestimmen, wenn wir dies nicht beabsichtigen oder wahrhaben wollen.

Wir greifen in diesem Zusammenhang zunächst die Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick, Janet Beavin und Don Jackson auf.(3) Der darauf folgende Abschnitt wird dann auf das mit dem Watzlawick’schen Ansatz verwandte Analysekonzept von Schulz von Thun eingehen.

 

7.1 Die Kommunikationsaxiome von Watzlawick, Beavin und Jackson(4)

 

Der Psychologe und Konstruktivist Paul Watzlawick und seine Mitarbeiter haben Grundeigenschaften menschlicher Kommunikation in fünf pragmatischen Axiomen zusammengefasst, die bis heute - trotz zahlreicher Einwände - eine wichtige Grundlage für die Debatte über psychodynamische Prozesse in der Kommunikation bilden.

 

Erstes Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren“

 

Watzlawick u.a. nehmen insofern eine „extreme“ Position ein, als sie Kommunikation mit Verhalten gleichsetzen, weil sie beide menschliche Ausdrucksformen als einen Prozess der wechselseitigen Wahrnehmung ansehen. Jedes Verhalten einer Person in Gegenwart einer anderen ist aus dieser Perspektive kommunikativ(5), d.h. die Intonation ebenso wie das Lachen, ein Händezittern ebenso wie die Körperhaltung. Lässt man sich auf diese Auffassung ein, dann ist auch die folgende Schlussfolgerung zulässig: Wenn es richtig ist, dass man Verhalten nicht einfach negieren kann, d.h. wenn es kein Gegenteil von Verhalten gibt, dann kann man sich auch unter keinen Umständen nicht verhalten, also Verhalten unterbinden.  "Wenn man also akzeptiert, dass alles Verhalten in einer zwischenpersönlichen Situation Mitteilungscharakter hat, dh. Kommunikation ist, so folgt daraus, dass man, wie immer man es auch versuchen mag, nicht nicht kommunizieren kann.“(6)

 

Gegen diese Verallgemeinerung ist allerdings der Einwand erhoben worden, dass ein von einer Person ausgesandtes Signal, das nicht an einen Partner gerichtet wird, eigentlich nicht kommunikativ sein kann, sondern bestenfalls informativ.(7)

Überdies ist zu bedenken, dass einige spezielle und aussagefähige Elemente des Kommunikativen (z.B. Reziprozität wie auch Intention) verloren gehen, wenn man es im Verhalten aufgehen lässt.

 

Zweites Axiom: Die Inhalts- und Beziehungsaspekte von Kommunikation

 

Jede Mitteilung (sprachliche wie nonverbale Äußerung) enthält nicht nur direkte Sachaussagen (Propositionen), sondern sie hat immer auch einen Verwendungssinn im Sinne einer persönlichen Stellungnahme zum anderen. Jede Mitteilung enthält „nämlich einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte"(8), man könnte auch sagen eine Beziehungsdefinition. Wenn also eine Frau ihre Freundin fragt: “Sind die Perlen an Deinem Hals echt?“, dann erkundigt sie sich nicht nur nach einem Sachverhalt, sondern sie gibt damit eventuell ihren Neid zu erkennen und definiert damit eine besondere Beziehungs-qualität.(9)

Auch wenn der Beziehungsaspekt manchmal nur schwach angesprochen wird, ist er doch potentiell immer mitthematisiert und bildet die Grundlage für jedes Satz- und Textverständnis. Watzlawick u.a. weisen darauf hin, dass die beiden Teilinformationen (Inhalt und Beziehung) in einem Verhältnis der Metakommunikation zueinander stehen. Die Beziehungsinformation ist eine Information über die Sachinformation, einfacher gesagt: sie ist eine Anweisung, wie die Inhaltsaussage „eigentlich“ zu verstehen ist.(10)

 

Drittes Axiom: Die Interpunktion von Ereignisfolgen

 

Watzlawick u.a. erläutern das Interpunktionsproblem der Kommunikation anhand eines Witzes: Zwei Versuchsratten unterhalten sich im Labor beim Käsemahl miteinander. Da sagt die alte Ratte zur Newcomerin: „Ich habe meinen Versuchsleiter so abgerichtet, dass er mir jedes Mal etwas zu fressen gibt, wenn ich den kleinen Hebel im Käfig drücke!“(11) Die Anekdote macht ein Missverständnis deutlich, dass sich in alltäglichen Gesprächen wieder und wieder ereignet und zu tiefen Beziehungskrisen führen kann. Das Dilemma oder der „notorische Interpre-tationsfehler“, den auch die Ratte begeht, liegt in der Annahme, dass Interaktions-abläufe einen Anfang hätten und die Wahrnehmung des anderen genauso sein müsste wie die eigene. So gilt für die Ratte ein klares Verhältnis von Ursache und Wirkung. Der Versuchsleiter würde das Ursache-Wirkungs-Verhältnis (in seiner Sprache Reiz-Reaktions- Schema) genau entgegen-gesetzt erklären. Aus diesem Dilemma befreit man sich nur, wenn man die Interpretation der Beziehungsdefinition und das daraus resümierende eigene Handeln nicht nur als Reaktion, sondern zugleich als Aktion betrachtet. Dafür wurde der Begriff der zirkulären Kausalität geprägt. „Kommunikation ist kreisförmig das heißt jedes Verhalten ist sowohl Ursache ab auch Wirkung.“(12) Der Interaktionsablauf besteht also nicht aus einzelnen voneinander unabhängigen Aktionen und Reaktionen, sondern die Kommunikationspartner gehören einem gemeinsamen System an. Streitet sich ein Ehepaar miteinander, dann liegt der Konflikt-dynamik häufig ebenfalls ein falsches Interpunktionsverständnis zugrunde. Das heißt, sowohl Er wie auch Sie sehen den Konfliktauslöser nur im Verhalten des anderen, erkennen aber nicht ihren eigenen Anteil daran, weil sie ihr eigenes Verhalten ausblenden.

 

Viertes Axiom: Digitale und analoge Kommunikation

 

Mit der Unterscheidung zwischen digitaler (logisch-abstrakter) und analoger (ganzheitlicher, komplexer) Kommunikation(13) beziehen sich die Autoren auf den Unterschied zwischen willkürlich festgelegten, relativ eindeutigen Zeichen wie „Tisch“ einerseits und nonverbalen bzw. körpersprachlichen Zeichen wie Tonfall oder Gesten andererseits. Die analogen Zeichen haben im Gegensatz zu den digitalen „eine grundsätzliche Ähnlichkeitsbeziehung zu dem Gegenstand, für den sie stehen.(14) Laut Watzlawick überwiegt die digitale (= denotierende) (15) Kommunikation beim sachbezogen Reden, die analoge (konnotative) Kommunikation demgegenüber dort, wo der Ausdruck einer Beziehungsqualität im Vordergrund steht. Beide Modi der Kommunikation ergänzen sich zwar wechselseitig, schließen sich aber auch gegenseitig aus. Verbale Zeichen können nach dieser Auffassung also keine Stimmungsqualität oder soziale Beziehungsform ausdrücken, während analoge (mehrdeutige) Gesten nicht zur Übermittlung logischer Tatsachen geeignet sind, weil es ihnen an Eindeutigkeit fehlt.

Cornelia Müller wendet jedoch zu Recht gegen diese vereinfachenden Annahmen ein, dass zum einen digitale Ausdrücke (wie spezielle Höflichkeitsformen oder Euphemismen) durchaus Beziehungen (quasi-analog) qualifizieren können und zum anderen analoge Ausdrücke keineswegs uneindeutig sein müssen, sondern - wie im Falle der identifizierenden Zeigegeste oder des Warnschreis - auch denotative Funktion aufweisen können.(16) Eine so aufspaltende und entdifferenzierende Betrachtungsweise wie bei Watzlawick u.a. birgt also die Gefahr, dass die vielfachen Ersetzungsformen zwischen den Ausdrucksmodalitäten übersehen werden.


Fünftes Axiom: Komplementäre und symmetrische Interaktionen

 

Komplementär bezeichnen Watzlawick u.a. solche Beziehungen und Interaktionsformen, in denen sich die von den beteiligten Akteuren jeweils eingenommenen unterschiedlichen Rollen ergänzen und auf diese Weise ein Handlungssystem bilden. Komplementäre Interaktionen können zeitlich begrenzt sein, z.B. dann, wenn ein Laie sich gutgläubig der Autorität eines Experten beugt, andererseits aber auch strukturell verfestigt, wie es häufig in ‘Herr-Knecht-Verhältnissen’ vorkommt. Darüber hinaus ist ‘komplementär’ zwar gelegentlich, aber doch nicht grundsätzlich gleichzusetzen mit ‘dysfunktional’ oder ‘benachteiligend’, denn ein komplementäres Verhältnis zwischen einer fürsorgenden und einer abhängigen Person kann von allen Betroffenen als befriedigend empfunden werden. Eine wesentliche Rolle spielt dabei nicht zuletzt, ob die komplementäre Beziehung auf einem (abgelehnten) Gewaltverhältnis beruht oder auf einer akzeptierten Konvention bzw. Institution.

Der komplementären Verhaltensform steht andererseits die symmetrische gegenüber.(17) Die symmetrische („spiegelbildliche“) Interaktion zeichnet sich „durch Streben nach Gleichheit und Veränderung von Unterschieden zwischen den Partnern aus."(18) Dabei ist es unwesentlich, ob sich die Partner nun in ihrer Schwäche oder Stärke, ihrer Güte oder Härte ebenbürtig verhalten; entscheidend ist nur, dass sie gleichgewichtige Rollen in der Beziehung ausüben.

Watzlawick u.a. erwähnen schließlich noch eine dritte, allerdings in ihren Augen nicht gleichwertige Interaktionsform, die sie metakomplementär oder pseudosymmetrisch nennen. Damit beziehen sie sich auf Fälle, in denen eine dominante Person einer (im Rollenverhalten) untergeordneten Person - in der Regel befristet - die Möglichkeit einräumt, sich komplementär zu verhalten.


 

7.2  Diagnostik von Kommunikationsprozessen (F. Schulz von Thun)

 

Im deutschen Sprachraum sind zahlreiche Anregungen der Arbeitsgruppe um Watzlawick sowie anderer klinischer und Familien-Psychologen(19) aufgenommen worden, darunter von dem Hamburger Kommunikationspsychologen Schulz von Thun, der sich vor allem mit der Diagnose alltäglicher Kommunikationsprozesse befasste. In seinen Untersuchungen geht es dem Autor vordringlich um typische, normale Phänomene der Kommunikation, so wie sie sich überall und in jeder interpersonalen Beziehung abspielen.

 

7.2.1  Das Grundmodell der interpersonalen Kommunikation

 

Ausgangspunkt der kommunikationsdiagnostischen Arbeit Schulz von Thuns(20) ist ein Modell der zwischenpersönlichen Face-to-face-Kommunikation, in dem sich Elemente des Modells von Karl Bühler(21) und der Watzlawick’schen Theorie mischen:

 

Abb 1: Die vier Nachrichtenaspekte (nach Schulz von Tbun)

 

Die vier Aspekte einer Nachricht(22)

 

„Anatomisch“ lässt sich jede im Gespräch gemachte Äußerung unter vier Aspekten zu betrachten:

1. dem Sachinhalt: Worüber wird informiert?

2. der Selbstkundgabe: Was sage ich über mich selbst aus?

3. dem Beziehungsaspekt: Was halte ich vom anderen, wie stehen wir zueinander? und

4. dem Appellaspekt: Wozu möchte ich den/die andere(n) veranlassen?

 

Dazu ein einfaches Beispiel(23): Ein Paar fährt in einem Auto, die Frau am Steuer und der Mann neben ihr. An einer Ampel könnte der Beifahrer etwa folgende Aussage machen: "Du, da vorne ist grün”, worauf die Fahrerin entgegnen könnte: "Fährst du oder fahre ich?"

Mit der Äußerung gibt der Mann die Information über eine auf grün stehende Ampel (Sachinhalt). Daneben sagt er etwas über sich selbst aus, hier etwa, dass er es eilig hat (Aspekt der Selbstkundgabe). Die Aussage der Frau könnte darauf hinweisen, dass sie mit seiner Beziehungsdefinition ("Ich bin der, der dir nicht zutraut, ohne Hilfe zufahren") nicht einverstanden ist, und ihrerseits eine Beziehungsdefinition zurückgibt: "Ich bestimme meine Fahrweise selbst!” (Beziehungsaspekt).

Schließlich will der Mann mit seiner Aussage die Frau beeinflussen: „Gib Gas!“ (Appellaspekt).

Auch der „Empfänger“ hat wiederum „freie Auswahl“ darüber, auf welche Seite der Nachricht er - bewusst oder unbewusst - reagiert oder reagieren will, weshalb Schulz von einem „vierohrigen Empfänger“ spricht. Dasjenige Ohr, das der Hörer gerade bevorzugt, wird den weiteren Verlauf des Gesprächs beeinflussen.

 

Eine Äußerung ist also nicht einfach als Information zu verstehen, sondern als ein relativ komplexer Verständigungsprozess. Selbst in recht kurzen Äußerungen müssen die verschiedenen Mitteilungsaspekte erfasst, in ihrer Beziehung untereinander - das heißt hinsichtlich der gerade dominanten Ausdrucksfunktion - abgeschätzt und auf den jeweiligen Kontext bezogen werden. Dies betrifft Rezipienten wie Sprecher in gleichem Maße. Insofern erscheint Kommunikation grundsätzlich als problematisch und riskant hinsichtlich des richtigen Verstehens. Dies umso mehr, als die adressierte Botschaft selbst durchaus nicht immer klar und eindeutig ausgedrückt wird, wie die folgenden Hinweise zeigen.

 

Aspektverschiebung und „einohriges“ Hören

 

Sehr häufig gelingt es einem Hörer nicht, den betonten Aspekt einer Äußerung richtig zu erkennen, was im einen Fall an der Zweideutigkeit der Äußerung, im anderen an der Voreingenommenheit des Hörers liegen kann. So kann der Satz: „Mensch, bin ich durstig“ eine einfache Tatsachenfeststellung sein, vom Hörer aber als Appell (ein Glas Sprudel zu reichen) missverstanden werden. Ebenso können aber auch alle anderen Aspekte miteinander vertauscht werden.

 

Explizite und implizite Botschaften

 

Viele Botschaften werden nicht direkt und gradlinig formuliert, sondern implizit oder verklausuliert. So ist es geradezu eine Konvention, eine Absage nicht direkt zu erteilen, sondern eine „Ausrede“ zu erfinden. Andere Formen des impliziten Ausdrucks sind etwa die ironische Sprechweise oder aber verleugnete Schlussfolgerungen, wie beispielsweise bei dem Satz: „Ich habe aber die Papiere nicht weggelegt!“

 

Inkongruente Äußerungen

 

Verständnisbarrieren resultieren auch aus sogenannten inkongruenten(24) Nachrichten. Hierunter werden Botschaften verstanden, die über einen Zeichenkanal übermittelt werden - z.B. einen sprachlichen Ausdruck, während zugleich auf einem anderen Kanal (z.B. über die Mimik) eine der verbalen Nachricht widersprechende Botschaft ausgesandt wird. Anschaulich kann dies an einem Sprecher demonstriert werden, der sagt: Mir geht es blendend, während er im gleichen Moment griesgrämig guckt.
Das Auftreten von Missverständnissen und Kommunikationsrisiken wird verständlicher, wenn wir berücksichtigen, dass eine Botschaft nicht nur das ist, was ein „Sender“ zum Ausdruck gebracht hat, sondern zu einem erheblichen Teil auch eine Konstruktion des „Empfägers". Dieser ist durch die Art und die persönlichen Voraussetzungen seines Verstehens am Resultat, der Nachrichtenbedeutung, gleichberechtigt beteiligt. Schulz von Thun erläutert das durch einen Hinweis auf die Dreistufigkeit der Kommunikation, denn sie gliedert sich in die einzelnen Akte der Wahrnehmung, der Interpretation und des Fühlens.

Eine Äußerung wird also zunächst wahrgenommen, wobei bereits Schwierigkeiten auftreten können, wenn die Wahrnehmung durch einen unangemessenen Sprecherausdruck uneindeutig oder fehlgeleitet wird. Dies kann der Fall bei unpassender Wortwahl oder bei missverständ-licher Ausdrucksweise sein.
Die Ungewissheit des Verstehens, der jede Kommunikation potenziell ausgesetzt ist, muss im Übrigen nicht ausschließlich negativ bewertet werden. Nicht zuletzt deshalb, weil und dann, wenn Kommunikation (sprecher- wie hörerseitig) Spielräume und subjektive Färbungen aufweist, und insofern Interpretations- und Abstimmungsmöglichkeiten offenlässt, ist sie ein lebendiger, kreativer Vorgang, in dem die Beteiligten Identität und (partielle) Autonomie bewahren können.

 

7.2.1.1.   Der Sachaspekt

 

Der Sachaspekt im Nachrichtenquadrat gilt der Bezugnahme auf den Gegenstand der Äußerung, sei es eine materielle Sache, ein Vorgang, eine Vorstellung, ein Gefühl oder auch eine Beziehung.(25)
Mit Sachlichkeit ist gemeint: Der auf ein Sachziel bezogene Austausch von Informationen und Argumenten. (…) Sachlichkeit ist erreicht, wenn die Verständigung auf der Sachebene weiterkommt, ohne dass die Begleitbotschaften auf den anderen drei Seiten der Nachricht störend die Oberhand gewinnen.“(26)
Wenn die Sachorientierung in Gesprächen im gegenseitigen Einverständnis überwiegt, können zwei Strategien diese Zielorientierung unterstützen:


-   Die Verdrängung von sachfremden Faktoren und Störmomenten (z.B. durch Verzicht auf
    Wertungen oder Unterdrückung von Beziehungs irritierenden Anspielungen), weil dadurch
    vor allem die Zeitökonomie und Disziplin des Gesprächs gewahrt wird.
-   Die Bearbeitung von Störungen ist in der Regel die wirkungsvollere Strategie. Mit ihr wird
    von vornherein anerkannt, dass affektive Gesprächsanteile kaum zu unterdrücken sind – und
    falls doch, dann häufig um den Preis eines hohen seelischen Energieaufwands.

 

Nach einem Axiom Sigmund Freuds kommen gewöhnlich längerfristig verdrängte Vorstel-lungen und Gefühle wieder zum Vorschein, weil wir nicht in der Lage sind, Affekte dauerhaft unter Verschluss zu halten – und es auch nicht im Sinne unserer Psychohygiene ist. Wenn aber mögliche „Störungen“ als normaler Umstand anerkannt werden, eröffnet sich die Möglichkeit, sie bewusst zur Kenntnis zu nehmen und zu bearbeiten. Daher hat sich in der Kommuni-kationspsychologie die Maxime „Störungen haben Vorrang" durchgesetzt.(27) Sachbezogenheit zu verabsolutieren oder zum Fetisch zu erheben, kann also durchaus auch gesprächsbehindernd sein. Der Sachbezug in Dialogen oder Gruppengesprächen sollte deshalb unter Berücksichtigung folgender Grundsätze verfolgt werden:

  • Auch bei dominanter Sachorientierung beruht Kommunikation immer auf subjektiven Motiven/Interessen und auf einer sozialen Beziehung

  • Die Behandlung der „Sache“ ist daher (außer in monologischen Situationen) eine Aufgabe der gemeinsamen Gestaltung, bei der wechselseitig auf Verständnismög-lichkeiten, Interessen und Mitwirkungsmöglichkeiten Rücksicht zu nehmen ist. Sachlichkeit bedeutet auch Klarheit und Verständlichkeit, weshalb Missverständnisse hinsichtlich des Themas oder Anliegens (was Inhalt, Umfang und Bedeutung betrifft) weitgehend ausgeräumt werden sollten

  • Bei Orientierung auf den Sachaspekt darf nur ein begrenzter und voraussichtlich steuerbarer Konfliktgehalt zugrunde liegen, weil andernfalls grundlegende Störungen von Anfang an überwiegen

  • Sachzentrierte Gespräche erfordern Bemühungen aller Beteiligten, der Gefahr von Spaltungen entgegenzuwirken. Solche Spaltungen können einerseits die Folge von sich widersprechenden Interessen sowie auch von unvereinbaren persönlichen Temperamenten sein, andererseits das Resultat von Statusdominanz und autoritären Strukturen. Dissoziative, d.h. eine Spaltung begünstigende Strukturen (28) verhindern in aller Regel einen gleichsinnigen Sachbezug sowie eine einvernehmliche Bewertung von Tatsachen.

 

7.2.1.2    Formen der Selbstkundgabe

 

Wert und Wirkung eines Gesprächs hängen wesentlich von der Art und Weise und von der Intensität der Selbstrepräsentation der Sprecher ab. Hierbei spielen teils bewusste, teils unbewusste Faktoren des Persönlichkeitsausdrucks eine Rolle. Wir betrachten im Folgenden einige Modalitäten unausgewogener Selbstkundgabe.

 

Unausgewogene Selbstdarstellungen

 

Eine der augenfälligsten Formen einer unausgewogenen Selbstkundgabe besteht in der betonten oder übertriebenen Selbstdarstellung. Vielfach ist sie Ausdruck eines stark entwickelten Selbstwertgefühls, manchmal auch der Selbstüberschätzung oder aber - im Gegenteil - der Selbstunsicherheit. Die Art der Selbstperformanz hängt jedoch auch von der Partnereinschätzung ab. So kann eine Person auf einen als bedrohlich oder konkurrierend eingeschätzten Gesprächspartner mit einer nachdrücklichen Selbstbehauptungsstrategie reagieren, um ernst genommen zu werden oder einen potentiellen Rivalen ‘auf die Plätze zu verweisen’. Andererseits wird unter den Bedingungen einer Konkurrenzgesellschaft die Demonstration von Selbstvertrauen geradezu gefördert und verlangt, um persönliche Eignung und Kompetenz unter Beweis zu stellen.

Die wohl verbreitetste Form der Selbstdarstellung ist das Imponiergehabe von Personen, die sich in einer „Selbstbeweissituation“ fühlen. Häufig eingesetzte Mittel der Selbstdarstellung sind:

  • das Understatement oder „hochwertige Personalmeldungen auf dem Kanal der Beiläufigkeit“(29) wie in diesem Beispiel: „Leider hatten wir dieses Jahr nicht mehr viele Urlaubstage übrig.  Na ja - dann sind wir eben noch mal in unser Haus bei Lucca fahren.

  • Die Auswahl bzw. die Bevorzugung schwer verständlicher Ausdrücke, um fachkundig oder gebildet zu erscheinen,

  • die Pflege eines gehobenen Sprachstils, zur Demonstration einer bestimmten Schichtzugehörigkeit oder Sprachkompetenz

  • die Hinlenkung des Gesprächsthemas auf ein dem Sprecher vertrautes Gebiet, um dort erstaunliches Detailwissen zu demonstrieren.

 

Fassadentechnik

 

Eine weitere Art der Selbstkundgabe ist die Fassadentechnik. Es handelt sich dabei um eine Art der inszenierten Selbstdarstellung mit der vermieden werden soll, dass die Kommunikations-partner einen Einblick in die Gefühlslage oder Vorstellungswelt des Sprechers erhalten. So kann einerseits ein positiver Gesamteindruck hergestellt und gepflegt werden (im Extremfall die Fassade des Hochstaplers); andererseits kann die Fassade auch ein Symptom ängstlicher Vermeidung oder geringer Ich-Stärke sein, die durch eine zensierte Außendarstellung kontrolliert werden soll.

Fassadenbildung kann individuelle Ursachen haben in der Persönlichkeitsentwicklung (Sozialisation). Oft begünstigen jedoch auch gesellschaftliche Ursachen den Fassadenbau, beispielsweise dann, wenn es bei einem Meeting von Führungskräften darum geht, überdeutlich auf die eigenen Kompetenzen oder auf vorhandene Statussymbole zu verweisen ("mein Auto, mein Haus, mein Swimmingpool!").


Die Selbstverbergung

 

Dort, wo eine Strategie der Stärke oder der Fassadenbildung nicht greift, neigen Sprecher gelegentlich zur Ausweichtechnik der Selbstverbergung - sei es aus Angst, Minderwertig-keitsgefühl oder anders motivierter Zurückhaltung heraus. Ist die Selbstverbergung eine Folge von persönlichen Unterlegenheitsgefühlen oder einer (vielleicht fälschlichen) Zuschreibung von Überlegenheit an den Partner, so können sich diese Gefühle und Projektionen(30) in unterschiedlichen Sprech- und Verhaltensphänomenen manifestieren:

  • hastiges, stakkato-artiges Sprechen,

  • Unsicherheit in Stimme oder sprachlichem Ausdruck, Selbstzensur in Form von Kritikverzicht sowie als Verzicht auf Eigenprofilierung,

  • Unterwerfung und opportunistische Kooperation bzw. Zustimmung,

  • Aggressionen oder Blockaden,

  • Schweigen bzw. Verstummen.

 

7.2.1.3   Der Beziehungsaspekt

 

Die Beziehungsseite der Nachricht ist wohl die komplexeste und schwierigste unter den untersuchten Aspekten. Bleiben Sachinhalt, Appell und Selbstkundgabe eher auf die Dauer eines Kommunikationsereignisses beschränkt, wird eine Beziehung in der Regel in mehreren kommunikativen Etappen aufgebaut und längerfristig erhalten. Eine durch Prozesse des Aushandelns zustande gekommene Beziehungsdefinition hat über eine befristete Begegnung hinaus in ihrer Grundstruktur Bestand. Die Beziehungsdefinition trägt also zum einen dazu bei, ein situativ geltendes Selbst- und Partnerkonzept herzustellen. Zum anderen orientiert sie sich zwangsläufig an vorgeformten stabilen Rollenmustern (Berufs-, Geschlechterrolle und andere), die allerdings Zug um Zug durch Korrekturen oder Bekräftigungen modifiziert werden können. In den jeweiligen Kommunikationsereignissen fügen sich also Definitionselemente der Binnen- beziehung wie der Außenbeziehungen der Kommunikanten zusammen.

 

Wertschätzung und Verhaltensstile in Beziehungen

 

n allen zwischen menschlichen Interaktionen drückt sich ein auch bestimmtrs Maß an Wert- bzw. Geringschätzung aus und ebenso eine gewisse Tendenz zur Lenkung und Unterordnung. In  der Kommunikationsdiagnostik(31) werden vier typische Verhaltensstile beschrieben, die in den unterschiedlichsten Kommunikationssituationen wiederkehren. Es handelt sich im Einzelnen um den autoritären, den patrarchialischen, den laissez-faire und den partnerschaftlichen Stil.(32)

 

Der autoritäre Führungsstil (auch autokratisch genannt) gründet auf

  • relativ großer Entscheidungsbefugnis und Disziplinargewalt der Autoritätsperson,
  • Abhängigkeit der Untergebenen und beschränkter Verantwortung sowie
  • einer fest gefügten, häufig einseitig bestimmten Verhaltensnorm.

Der patriarchialische Führungsstil zeichnet sich aus durch

  • Herrschaftsausübung und gleichzeitige Übernahme sozialer Verantwortung,
  • Unterstellung eines bewahrenden Fürsorgeverhältnisses in Analogie zum Vater-Kind-Verhältnis und durch
  • Tendenz zum gönnerhaften Gewähren.

 

Der Laissez-faire-Stil ist daran zu erkennen, dass

  • die weisungsberechtigte Person nicht konsequent die Führungsrolle übernimmt und
  • Entscheidungen häufig improvisiert werden, was bedeutet, dass es keine verhaltensdeterminierende Norm gibt.

 

Der partnerschaftliche Stil (auch kooperativer oder sozialintegrativer Stil genannt) weist als Merkmal auf:

  • Die Kommunikationspartner werden für kompetent gehalten,
  • eine asymmetrische Beziehung wird (weitgehend) durch eine symmetrische ersetzt und
  • es wird keine mechanische Pflichterfüllung verlangt, sondern eigenverantwortliches Handeln von Mitarbeitern oder Abhängigen ermöglicht.

 

Etikettierung und Stigmatisierungen

 

Der Entwurf von Partner- und Selbstkonzepten in kommunikativ vollzogenen Beziehungs-definitionen ist ein notwendiger und sozialitätsstiftender Prozess. Denn auf solchen Zuschreibungen und Konzepten aufbauend können sich Sichtweisen bzw. Beurteilungen des Anderen wie des Selbst stabilisieren. Andererseits können personale Kategorisierungen wie Charakterbeschreibungen auch negative Folgen nach sich ziehen.

Ein typisches Phänomen als Folge wiederholter Zuschreibungen ist die soge- nannte Etikettierung, worunter eine wertende Charakterisierung mit Langzeitwirkung zu verstehen ist. Etikettierungen werden von der jeweils beschriebenen Person als prägende und bewertende Charakteristik aufgenommen und verinnerlicht.

Sie sind - wie in der Warenwelt - abgekürzte Namensgebungen, die etwas komplexes Ganzes beschreiben und insofern Vergröberungen und Vereinfachungen darstellen (z.B. die ‘Lügnerin’, der ‘Schlappschwanz’ usw.)

Führen derartige Etikettierungen zu einer bleibenden, öffentlich wirksamen Negativ-charakteristik einer Person und tragen sie so zu deren Diskriminierung oder sogar Isolation bei, spricht man weitergehend von einer Stigmatisierung d.h. von einer abwertenden Brandmarkung einer Person (wie im Falle von „den Spastis“, den „Terrorismussympathisanten“ oder „den Kameltreibern“).

 

 

7.2.1.4   Der Appellaspekt

 

Die Wirksamkeit appellativer Äußerungen ist in vielen Fällen eine Frage der verträglichen Appelldosis. Appelle(33) erfordern eine angemessene Balance zwischen den möglichen Extremen der Appelleugung oder -dämpfung einerseits und verschärfter Druckausübung andererseits. Ist der geäußerte Appell zu schwach, so kann er „überhört“ werden; ist er zu eindringlich, kann die angesprochene Person mit Widerstand reagieren.

Schulz von Thun stellt folgende wichtige Appelltypen heraus:

  • den untauglichen Appell, der von der angesprochenen Person gar nicht befolgt werden kann;

  • verdeckte, indirekte Appelle, die unter Umständen nicht oder falsch verstanden werden (etwa wenn jemand Schwäche zeigt, um andere zur Hilfeleistung aufzufordern)

  • paradoxe Appelle, die wie Beziehungsfallen wirken. Sie kommen etwa vor, wenn zwei verschiedene Personen (Vater und Mutter) widersprüchliche Forderungen an ein Kind richten.
     

dem Aspekt der Kommunikations"therapie" sind grundsätzlich offene Appelle zu befürworten, da sie die Wirkungsabsichten des Spechers verdeutlichen und gegebenenfalls auch besser zurückgewiesen werden können. Offene Appelle sind an verschiedene Voraussetzungen gebunden:(34)

 

  • Es muß (auch für den Absender selbst) Klarheit über die Absichten bestehen, die ein Sprecher mit dem Appell verfolgt;
  • Der Sprecher oder die Sprecherin muss die aktuell gegebene Situation transparent machen und Eindeutigkeit herstellen. Der offene Appell verlangt nicht zwingend Befolgung, sondern lässt eine freie Reaktion zu, was auch bedeuten kann, dass der Appellierende Einwände berücksichtigt und einlenkt.


 

 

Anmerkungen

  1. Das vorliegende Kapitel geht speziell auf begrifflich-konzeptionelle Seiten der vorgestellten Ansätze ein. Einige anschauliche Ergänzungen dazu (unter speziellerem Aspekt) folgen im Kapitel über Kommunikationsstörungen).

  2. Damit sind Untersuchungen gemeint, die sich hauptsächlich auf die sichtbaren und „objektivierbaren“ Elemente der Kommunikation beziehen, beispielsweise auf semantische, syntaktische oder formalpragmatische Aspekte (wie die Interaktions-steuerung).

  3. Watzlawick, Paul/Beavin, Janet/Jackson, Don, Menschliche Kommunikation, Bern u.a. 1974

  4. Axiome sind grundlegende und für unumstößlich gehaltene Anfangsannahmen bei der Begründung von Theorien.

  5. Vgl. dazu auch Kap. 9.1 zur nonverbalen Kommunikation, in der reine Verhaltens-momente eine starke Rolle spielen. Kritisch und ablehnend dazu: Merten, Klaus, Kommunikation. Eine Begriffs- und Prozessanalyse, Opladen 1977, S.60 ff.

  6. Watzlawick u.a., a.a.O., S. 51

  7. Vgl. Brooks, William/Emmert, Phillip, Interpersonal Communication, Dubuque 1980, S. 164. Die Frage ist berechtigt: Was “kommunizieren” die roten Flecken im Gesicht meines Nachbarn, wenn sie mir nicht auffallen oder ich sie gar nicht als Signal verstehe?

  8. Watzlawick u.a., a.a.O., S. 53

  9. Siehe auch die Ausführungen zur Sprechakttheorie in Kap. 8.3

  10. Watzlawick u.a., a.a.O., S.55f.

  11. ebenda, S.57

  12. Von Schlippe, Arist: Familientherapie im Überblick, Paderborn 1991, S.33

  13. Der Ausdruck „digital“ stammt aus der Informationstheorie, wo er so viel bedeutet wie: ‘in abstrakter Zahlenform ausgedrückt’ (nämlich durch einen binären Zahlenwert wie  eine Kombination aus „0“ und „1“.) Bei einem analogen Ausdruck entspricht demgegenüber die mediale Ausdrucksform dem zu vermittelnden Inhalt.

  14. Watzlawick u.a., a.a.O., S. 62

  15. Siehe Kap. 3 zum Begriff des Denotats und des Konnotats.

  16. Vgl. Müller, Cornelia, Gestik in Kommunikation und Interaktion, a.a.O., S. 71

  17. Eine komplementäre Beziehung ist allerdings nicht mit einer asymmetrischen gleichzusetzen, denn Asymmetrie bedeutet das Nebeneinander von Verhaltensmuster, die nicht zusammenpassen, sich also auch nicht ergänzen.

  18. Watzlawick u.a., a.a.O., S. 69

  19. Dazu gehören neben vielen anderen Gregory Bateson, John Weakland und Ronald Laing.

  20. Seine wichtigsten, weil einflussreichsten Publikationen sind: Schulz von Thun, Friedemann: Miteinander reden 1. Störungen und Klärungen, Reinbek 1981 und derselbe: Miteinander reden 2. Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung, Reinbek 1989

  21. Vgl. Kap. 4: Das Organonmodell der Sprache

  22. Unter Nachricht versteht Schulz v. Thun hier jede kommunikative Zeichenvermittlung, d.h. ein einzelnes Wort und einen Satz ebenso wir einen Blick oder eine Geste.

  23. Schulz v, Thun, Miteinander reden 1, a.a.O., S. 31

  24. Inkongruent bedeutet wörtlich „nicht deckungsgleich“ und bezeichnet hier den Umstand, dass zwei gleichzeitig ausgesandte Informationen (Zeichen und/oder Signale) nicht miteinander übereinstimmen (vgl. auch Kap. 9.4).

  25. Es kann also der besondere Fall eintreten, dass das Ich selbst oder eine Beziehung zum Sachinhalt wird. In diesem Fall dürfen beispielsweise das ‘Ich’ als Handelnder und das ‘Ich’ als „Gegenstand“ nicht verwechselt werden.

  26. Schulz von Thun, a.a.O., S.129

  27. Im Übrigen könnte auch die Frage interessant sein, wann eine Äußerung oder ein Gefühl als Störung empfunden oder benannt wird. Konstruktivistisch betrachtet wird eine Störung erst dann zur Störung, wenn sie in einem bestimmten Kontext als solche benannt wird. Weiteres zur Störung in Kap. 9.4.

  28. Dissoziativ = abspaltend, trennend

  29. ebenda., S. 107

  30. Übertragung einer kindlichen oder zu einem früheren Zeitpunkt verfestigten Erfahrung auf eine neue Situation, die dann zu gleichen „alten“ Reaktionen des Ich führt.

  31. Vgl. die Untersuchung von Tausch, Reinhard und Tausch, Anne-Marie, Erziehungspsychologie, Göttingen 1977

  32. Dazu Vollmer, Günter und Toberg, Gerrit, Kommunikation. Sich besser verständigen - sich besser verstehen, Stuttgart 1994, S.148 ff. sowie Schulz von Thun, a.a.O., S. 162

  33. Der Appell muss im Zusammenspiel aller Nachrichtenfaktoren gesehen werden, denn die Appellwirkung stellt sich nicht zuletzt aufgrund der Beziehungsdefinition und der Sachthematik ein.

  34. Schulz von Thun, a.a.O., S. 245 ff.


 

 

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