Teil  6:              Die Theorie des kommunikativen Handelns von Jürgen Habermas

Ein Vereinfachungsversuch

 

 

 

1.  Kommunikationstheorie als Gesellschaftstheorie

 

Habermas „Theorie des kommunikativen Handelns“ ist im engeren Sinne keine Theorie der Kommunikation im Sinne einer Abhandlung über Formen und Regeln des praktischen verbalen Austausches, sondern eine eigentümliche Verschränkung aus Sprach- und Kommunikationstheorie einerseits und Gesellschaftstheorie andererseits. Kommunikatives Handeln nämlich erhält über das empirische Miteinander-Reden hinaus die (für Habermas letztlich grundlegende) Bedeutung einer elementaren Ressource der Persönlichkeits- und Gesellschaftsentwicklung (Soziogenese).(1) Rationale Kommunikation wird in diesem Betrachtungsrahmen demnach zum Medium und Ermöglichungsgrund für die Organisation einer im wesentlichen vernunftorientierten Gesellschaft: Kulturelle Reproduktion, soziale Integration und Sozialisation können sich produktiv nur unter einvernehmlich entwickelten und festgelegten gesellschaftlichen Normen und Zielen vollziehen.(2) Eben dies geschieht im Prozess des kommunikativen Handelns.

Auch Habermas bezieht sich in der Begründung seines Handlungsbegriffs auf die Ausführungen Max Webers, doch ergänzt er die bei ihm angeführten Basiselemente des sozialen Handelns um ein weiteres, indem er die Orientierung der Handlung auch an anderen (möglichen) Interaktionsteilnehmern hervorhebt. Auf diese Weise berücksichtigt er das soziale Umfeld, das sich in Normen und Gebräuchen der Gesellschaft ausdrückt und das zwei miteinander handelnde Subjekte auf die Gefahr der sozialen Isolation hin nicht außer Acht lassen können.

Somit zeichnet sich schon hier ein vorerst dreifacher Bezug des sozialen Handelns in Habermas’ Ansatz ab, indem es einmal auf Sachverhalte, dann auf andere Personen und drittens auf ein soziales Umfeld (Teile der Gesellschaft) gerichtet ist.

 

 

2.  Strategisches und verständigungsorientiertes Handeln

 

Der entscheidende Prüfstein für unverfälschtes kommunikatives Handeln ist für Habermas die Verständigungsorientierung der an einem Kommunikationsakt beteiligten Sprecherinnen untereinander.

 

Sie kann gewissermaßen als Synonym für kommunikatives Handeln stellen. Verständigung meint mehr als lediglich wechselseitiges Verstehen. Sie bedeutet den Prozess einer sich sprachlich vollziehender: Abstimmung und Einigung zwischen (idealiter) zwei Aktoren, mit dem Ziel, letztlich ein Einverständnis im Hinblick auf ein bestimmtes Handlungsziel oder eine Einstellung herbeizuführen.

In dieser Orientierung auf ein haltbares Einverständnis unterscheidet sich das kommunikative Handeln kategorisch vom erfolgsorientierten Handeln. Das kommt im folgenden Schema zum Ausdruck:(3)

 

 

                      Handlungs-
                     orientierung

 

 

 

Handlungs-

situation

 

 

 

 

           erfolgs-

           orientiert

 

 

 

 

 

 

 

Verständigungs-
       orientiert

 

 

 

 

 

           nicht -sozial

 

 

    Instrumentelles

          Handeln

 

 

            ____________

 

 

                 sozial

 

 

 

 

        Strategisches

           Handeln

 

Abb. 1:  Handlungstypologie nach Habermas

 

 

Erfolgsorientierte Handlungen können danach in zwei Varianten auftreten: einmal als instrumentelle Handlungen, zum anderen als strategische. Unter instrumentellem Handeln versteht Habermas ein zweckunterworfenes, zielgerichtetes Einwirken auf physische Gegenstände, wobei Effizienz und ein regelgeleitetes Vorgehen maßgeblich sind. Am Beispiel: Wenn ich bei einem Wagen die Zündkerzen wechseln möchte, so verwende ich dazu ein geeignetes Werkzeug und halte bestimmte logische Handlungsschritte ein, um mein Ziel auf einfache Weise zu erreichen.(4)

Erfolgsorientiertes soziales Handeln nennt Habermas demgegenüber strategisch. Es zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens ein Aktant in einer sozialen Situation auf einen oder mehrere andere Aktanten derart Einfluss nimmt, dass er sein eigenes Handlungsziel möglichst optimal durchsetzt. In vielen sozialen Situationen wird nicht eine Person allein strategische Pläne verfolgen, sondern es wird wechselseitig strategisch gehandelt, so dass günstigenfalls „die egozentrischen Nutzen- ineinandergreifen“.(5) Das ist häufig bei Verhandlungen der Fall, wo beide Seiten einen Vorteil in einem Kompromiss – in einer sogenannten Win-win-Situation – erkennen, weil damit eine möglicherweise nutzbringende Beziehungskontinuität gewahrt wird. Dennoch zielt auch in diesem Fall strategisches Handeln nicht auf die volle Anerkennung des anderen Standpunktes ab, sondern respektiert diesen höchstens als einen Umstand, der mit einzukalkulieren ist.

Das strategische Handeln unterscheidet Habermas im Übrigen noch feiner in die Untertypen der

      -   offenen strategischen Handlungen, zu denen er Erpressungen und Bestechungen
           rechnet, und der

      -   verdeckten strategischen Handlungen, die im Falle von bewussten Täuschungen und Lügen, aber auch von unbewussten Täuschungen vorliegen.(6)

 

Von den Varianten des strategischen Handelns grenzt Habermas im Folgenden den entgegengesetzten Typus des verständigungsorientierten Handelns ab. Von Verständigungsorientierung kann man immer dann sprechen, wenn die miteinander interagierenden Personen sich darüber einig sind, dass sie ausschließlich mit legitimen Mitteln und ohne taktisch motivierte Erfolgsorientierung aufeinander einwirken wollen. Verständigungsorientiertes Handeln im Sinne von Habermas erfordert also die beiderseitige Offenlegung aller dem Handlungsplan zugrundeliegenden Absichten und Gründe und den Verzicht auf jede Form von Zwang, um so ein rational begründetes Einverständnis zwischen den Handlungspartnern zu erzielen.

 

In einer komprimierten Definition kennzeichnet Habermas das kommunikative Handeln als

„...diejenige Form von sozialer Interaktion, in der die Handlungspläne verschiedener Aktoren durch den Austausch von kommunikativen Akten, und zwar durch eine verständigungsorientierte Benutzung der Sprache (oder entsprechender extraverbaler Äußerungen) koordiniert werden. Soweit die Kommunikation der Verständigung (und nicht der wechselseitigen Beeinflussung) dient, kann sie für Interaktion die Rolle eines Mechanismus der Handlungskoordinierung übernehmen und damit kommunikatives Handeln ermöglichen“.(7)

 

Der reichhaltige Begriff des kommunikativen Handelns bildet das Zentrum des theoretischen Ansatzes von Habermas, der zugleich den Ausgangspunkt einer Theorie der sprachlichen Verständigung und - daran gekoppelt - einer speziellen Gesellschaftstheorie begründet.

Welche Bedingungen müssen erfüllt und welche Regeln beachtet werden, damit von verständigungsorientiertem Sprechen geredet werden kann? Und schließlich ist die skeptische Zusatzfrage angebracht: Wer gibt eigentlich einen Maßstab oder Kriterien für diesen Redemodus vor? Wer achtet auf die Einhaltung bestehender Regeln, und wie können scheiternde Verständigungsversuche „repariert“ werden? Antworten hierauf - wie zufriedenstellend auch immer - bietet Habermas in verschiedenen Aufsätzen und unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Theorieelemente und -traditionen.

 

 

3.    Kommunikative Kompetenz

 

Die Fälligkeit zur unbeeinträchtigten sprachlichen Verständigung und Handlungskoordinierung bezeichnet Habermas mit dem Ausdruck 'kommunikative Kompetenz'. Dieser Begriff wurde im Zusammenhang mit Sprachtheorien zuerst vom amerikanischen Linguisten Noam Chomsky(8) (*1928) eingeführt und von ihm als Fähigkeit von muttersprachlichen Sprecherinnen und Sprechern verstanden, ihr Sprachrepertoire intuitiv richtig und unendlich vielfältig zu nutzen. Im Einzelnen gehört zur linguistischen Kompetenz die Fähigkeit,

beliebig viele Sätze zu bilden und zu verstehen, über die Identität zweier Äußerungen und die Zugehörigkeit einer Äußerung zur eigenen Sprache zu entscheiden sowie über Mehrdeutigkeiten und sprachliche Abweichungen zu entscheiden.

Habermas entwickelt nun einen weitergehenden Begriff der kommunikativen Kompetenz, der einschließt, dass „normale“ Sprecher auch in der Lage sein müssen, konkrete Äußerungen auf die jeweils vorgegebene soziale Situation und die zu bezeichnende Gegenstandswelt zu beziehen.

Der Unterschied zu Chomsky ist grundsätzlich, weil Habermas nicht ausschließlich die beschriebene linguistische Kompetenz im Auge hat, sondern das Beherrschen grundlegender sozialer Handlungen. Diese Handlungen bestehen in diesem Fall hauptsächlich darin, bestimmte Äußerungen in eine Situation (= sozialer Verwendungskontext) einzuführen und zugleich klarzumachen, wie man die aktuelle Situation verstanden wissen will.

Um das Besondere an dieser Sichtweise hervorzuheben, sei der Habermas’sche Begriff der Kompetenz mit anderen Worten

nochmals erklärt: Wenn wir uns äußern, setzen wir nicht nur sprachliche Ausdrücke ein, die etwas Bestehendes „nur“ bezeichnen. Mit einem bestimmten, hervorragenden Typus von Ausdrücken erzeugen wir erst die Situation, die der geäußerte Satz formal benennt. In dem Maße, wie wir diesen reflexiven Akt unter wechselnden kommunikativen Anforderungen regelrecht vollziehen, erweisen wir uns als kompetent.

 

Habermas fasst die hier diskutierte eigentümliche kommunikative Leistung prägnant in dem Hinweis zusammen,

„dss die allgemeinen Strukturen der Redesituation selber noch durch sprachliche

Akte hervorgebracht werden“(9) Um diesen Gedankengang einsichtig zu machen, führt er ein Beispiel an, das zugleich einen methodischen Schritt weiterführt:

„Indem ich äußere: Ich verspreche Dir, morgen zu kommen, bringe ich nicht nur ein Versprechen zum Ausdruck, sondern ich gebe ein Versprechen Diese Äußerung ist das Versprechen, das sie auch darstellt.“(10)

Mit anderen Worten: Die Wörter in diesem Satz sagen nicht nur etwas aus, sondern der Satz als Handlung schafft ab sofort und allein durch seine Äußerung eine soziale Verpflichtung auf der Grundlage geltender sozialer Regeln.

Der am Beispiel des Versprechens gezeigte besondere Typus von Ausdrücken wird in der linguistischen Theorie Sprechakt genannt.(11) Sprechakte der bezeichneten Art angemessen äußern zu können, heißt aber nichts anderes, als kompetent zu sein. Genauer gesagt: Wir sind dann kommunikativ kompetent, wenn wir die unterschiedlichen Vollzüge von Sprechhandlungen und die sie bestimmenden Handlungsregeln in dem Sinne und Maße beherrschen, dass wir in und mit ihnen Redesituationen angemessen und verständlich herzustellen wissen. Dazu benötigen wir neben einem hinreichenden semantischen und grammatischen Wissen zur korrekten Verwendung sprachlicher Ausdrücke/Sätze ein durch Sozialisation erworbenes Wissen davon, wie wir Sätze richtig und angemessen in Redesituationen verwenden.

 

 

4.   Weltbezüge und Geltungsansprüche im kommunikativen Handeln

 

In seiner Analyse der Regeln verständigungsorientierter Kommunikation identifiziert Habermas die unerlässlichen Grundbedingungen der verständigungsorientierten Rede, die immer dann erfüllt sein müssen, wenn Aktanten untereinander einen wahren Konsens erzielen wollen. Habermas spricht in diesem Zusammenhang genauer von sogenannten universalistischen Geltungsansprüchen, weil sie Bedingungen für rationale Kommunikation schlechthin sind.

 

Die vier Grundbedingungen der Verständigungsorientierung sind im Einzelnen:

 

(1) Der Verständlichkeitsanspruch: Um Verständigung bemühte und zugleich kompetente Sprecherinnen und Sprecher müssen sich verständlich ausdrücken können. Sie müssen in der Lage sein, situations- und gegenstandsadäquate Ausdrücke zu wählen und semantisch wie syntaktisch verständliche Sätze zu formen.

(2)  Der Wahrheitsanspruch: Kompetente Sprecherinnen und Sprecher müssen sich wahrheitsgemäß auf objektive Sachverhalte der äußeren Welt beziehen, also „wahre Aussagen (bzw. zutreffende Existenzvoraussetzungen) machen, damit der Hörer das Wissen des Sprechers übernimmt und teilt“.(12) Wahrheit in diesem Sinne ist also nicht mit Ehrlichkeit zu verwechseln, sondern bezieht sich auf die Fähigkeit und den Willen, sich auf Tatsachen zu beziehen.

(3)  Der Wahrhaftigkeitsanspruch: Kompetente Sprecherinnen und Sprecher müssen die interpersonalen Beziehungen (etwa Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse) angemessen zum Ausdruck bringen, damit diese vom Kommunikationspartner als legitim anerkannt werden können.

(4) Der Richtigkeitsanspruch: Kompetente Sprecherinnen und Sprecher müssen - entsprechend ihrer subjektiven Möglichkeiten - aufrichtig sein im Hinblick auf ihre Absichten, Meinungen und Gefühle, damit die Hörerinnen und Hörer ihren Äußerungen Glauben schenken.

 

Habermas selbst räumt ein, dass die Ebene der Verständlichkeit einen Sonderstatus einnimmt, denn sie bezieht sich ja auf die Sprach- und Ausdrucksform einer Äußerung selbst und bildet insofern die Grundschicht für die weiteren Ebenen. In der weiteren Betrachtung beschränken wir uns daher auf die Betrachtung der drei wesentlichen Ebenen der Kommunikation und Sozialität bzw. auf drei „Welten“, wie es auch bei Habermas heißt:

       -  mit Wahrheitsaussagen auf die Welt der objektiv zu erfassenden Tatsachen,

       -  mit aufrichtigen Aussagen über uns selbst auf die subjektive Welt unserer Selbstwahrnehmungen und inneren Überzeugungen
          sowie

       -  auf die Welt der intersubjektiv festgestellten Richtigkeit (als die Gesamtheit der legitim geregelten sozialen Beziehungen).

 

Die genannten Geltungsansprüche wirken natürlich nicht nur auf der Seite der Sprecherinnen, sondern auch bei den Hörem.(14)

Doch woher stammen diese Geltungsansprüche überhaupt, wer hat sie für verbindlich erklärt? Habermas begegnet der Frage nach der Quelle von Normen der Kommunikation mit dem plausiblen Hinweis, Geltungsansprüche seien weder autoritär gesetzt noch von einer außergesellschaftlichen Instanz gestiftet. Sie hätten sich stattdessen mit der menschlichen Sprechfähigkeit selbst entwickelt und seien zur Handlungsgrundlage erhoben werden und insofern kulturell fest verankert.

Wenn demnach die angenommenen Verständigungsaxiome in die Redestruktur eingegangen sind, muss es auch möglich sein, sie nachzuweisen und zu analysieren. Um dies zu leisten, bedient sich Habermas der schon erwähnten Analyse von Sprechakten(15), auf die sich eine Vielzahl von sprachlichen Äußerungen reduzieren lassen.

 

 

5.   Sprechakttheorie - die linguistische Basis der Theorie des sprachlichen Handelns

 

Sprechakte bringen die Bedingungen und Geltungsansprüche kommunikativen Handelns zum Ausdruck Sie sind also pragmatische Grundbausteine der Sprache mit universellem Charakter und können in allen entwickelten Sprachen Vorkommen. Sprechakte sind formal gekennzeichnet durch zwei Teile: Eine inhaltliche Aussage und eine Satzeinleitung, die in der linguistischen Fachsprache sogenannte „performative Formel“.

Dazu ein Beispiel: „Ich bestreite, dass die Besteuerung der Renten ein geeignetes Mittel zur Sicherung des Finanzhaushaltes ist“.

Der einleitende Vorsatz (=performative Formel): „Ich bestreite, dass ...“ bringt den sozialen Verwendungssinn der Äußerung zum Ausdruck, hier etwa folgende Intention: „Ich habe gute Gründe dafür, den von Dir eingebrachten Vorschlag zurückzuweisen, weil ich die darin enthaltenen Annahmen als nicht gegeben ansehe.“ Damit wird ein Wahrheitsanspruch zurückgewiesen. Der Nachsatz, die Proposition, stellt die inhaltliche Aussage klar dar, benennt also, worauf sich die Einleitung der Sache nach bezieht.

Wichtig für die Analyse von Geltungsansprüchen sind hier allein die performativen Formeln, denn nur in ihnen kommen die erhobenen Geltungsansprüche zum Ausdruck So wird beispielsweise

ein Wahrheitsanspruch erhoben mit der Äußerung: „Ich bin ganz sicher, dass der Wagen noch bei Rot über die Ampel gefahren ist“ (Behauptung eines objektiven Sachverhaltes), ein Wahrhaftigkeitsanspruch mit der Äußerung: „Ich wünsche Dir viel Erfolg!“ (Unterstellung, dass ich den Wunsch aufrichtig äußere) und ein Richtigkeitsanspruch mit dem Satz „Ich verpflichte mich, die geliehene CD nach zwei Wochen wieder zurückzugeben“ (Anerkennung bestimmter sozialer Regeln, nach denen eine Verpflichtung mir bestimmte Handlungsauflagen macht).

Anhand der Art, der Häufigkeit und der kontextuellen Verwendung solcher Sprechakte lässt sich überprüfen, inwieweit und mit welcher Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit Sprecherinnen und Sprecher sich auf (objektive) Tatsachen der Außenwelt, auf subjektive Meinungen und Glaubensgrundsätze oder auf soziale Normen beziehen.

 

6.   Kommunikatives Handeln und Diskurs

 

Bei einer normativen Begründung des kommunikativen Handelns stellt sich die Frage, welche Instanzen wie darauf achten, ob die Normen der Verständigungsorientierung auch tatsächlich befolgt werden, und was passiert, wenn dies nicht der Fall ist. Habermas muss aus der Logik seines Ansatzes heraus davon ausgehen, dass ein funktionierendes Fundament kommunikativer Normen gegeben ist, denen Sprecherinnen und Sprecher vorerst ungeschützt vertrauen können. Ohne die Unterstellung einer prinzipiellen Regelbefolgung und der Rechtfertigbarkeit von in der Rede erhobenen Geltungsansprüchen würden soziale Beziehungen unkalkulierbar und riskant.

Nun gibt es jedoch auch Situationen, in denen wir Zweifel an den Geltungsansprüchen selbst haben, die der Rede zugrunde liegen. Um solche Zweifel zu beseitigen reichen einfache Nachfragen der genannten Art nicht mehr aus. Wir müssen deshalb den Fluss des unproblematischen kommunikativen Handelns verlassen und die Kommunikation selbst zum Gegenstand machen, also mit einer Reflexion über unsere bisherige Interaktionsform beginnen. Diese neue metakommunikative Ebene bezeichnet Habermas mit dem Ausdruck Diskurs. Die Funktion des Diskurses ist es, überzeugende Argumente, mit denen Geltungsansprüche eingelöst oder zurückgewiesen werden können, zu produzieren.“(16)

Verletzt also beispielsweise ein Sprecher nach Meinung eines anderen grundsätzlich die Norm der Richtigkeit (sozialer Beziehungen - etwa in der Unterstellung eines angreifbaren Herrschaftsverhältnisses), dann könnte in einem Diskurs geklärt werden, ob und inwieweit der Sprecher eine erweiterte und akzeptable Legitimationsgrundlage für seine Äußerungen anführen kann.

Diskursfähig zu sein, setzt nach Habermas zunächst voraus, dass wir fähig sind, unseren eigenen Handlungen einen bewussten Sinn zuzuschreiben, den wir bei Nachfragen erkennen und darstellen können (Intentionalitätserwartung). Weiterhin ist damit die Erwartung verknüpft, dass diskursfähige Subjekte nur solchen Normen folgen, die ihnen gerechtfertigt erscheinen, für die sie also gute Gründe nennen können (Legitimitätserwartung).

Während wir im „naiven“ kommunikativen Handeln einfach Sachverhalte darstellen und Meinungen äußern, verlangt der Diskurs eine Argumentation zur Lösung von Problemen. Diese muss gewissermaßen radikal sein dürfen, denn während des Diskurses sind - auf Dauer ihrer kritischen Überprüfung - die vorher unterstellten Geltungsansprüche „unter Existenzvorbehalt gestellt“, mithin auf begrenzte Zeit neutralisiert.(17)

 

Habermas unterscheidet im Übrigen - je nach Bezugsfeld - mehrere Diskurstypen. Die wichtigsten sind der theoretische Diskurs, in dem kontroverse Wahrheitsansprüche thematisiert werden und der praktische Diskurs, in dem Geltungsansprüche hinsichtlich der normativen Richtigkeit von Handlungen zur Debatte stehen.

„Diskurse stehen nun unter einem besonderen Anspruch. In ihnen soll gewährleistet sein, dass der erzielte Konsens ein 'wahrer Konsens‘ ist, also nicht durch Irrtum, Zwang, Täuschung usw. zustande gekommen ist. Diskurse schließen daher strategische Kommunikation prinzipiell aus. Dazu entwirft Habermas die ideale Sprechsituation. “(18)

 

 

7.   Die ideale Sprechsituation

 

Diskurse setzen zumindest zeitweilig die bisher unterstellten Geltungsansprüche außer Kraft. Deshalb verlangt die Diskurssituation besondere Verantwortung, aber auch eine gewisse Absicherung in Form bestimmter Freiheitsgarantien. Konkret sind freie Diskurse nur dann gewährleistet, wenn ihr Verlauf durch keinerlei äußeren Zwang oder durch systematische Verzerrung beeinträchtigt wird, wenn also, wie Habermas sagt, die Diskursteilnehmer allein „dem zwanglosen Zwang des besseren, weil einleuchtenderen Arguments folgen“.(19)

Frei von Zwängen ist wiederum eine Kommunikationsstruktur - intersubjektiv wie gesellschaftlich - nur dann, „wenn für alle Beteiligen eine symmetrische Verteilung der Chancen, Sprechakte zu wählen und auszuüben, gegeben ist. Dann besteht nämlich nicht nur prinzipielle Austauschbarkeit der Dialogrollen, sondern eine effektive Gleichheit der Chancen bei der Wahrnehmung von Dialog- rollen.“(20)

Indem Habermas dieses Kriteriums für das Vorhandensein der idealen Sprechsituation einführt, entbindet er sich zugleich von der Pflicht nachzuweisen, dass der real bestehende politisch-gesellschaftliche Handlungsrahmen den angenommenen Bedingungen für die freie Diskurssituation tatsächlich entspricht. Diesen hinderlichen Umstand erkennt Habermas jedoch ausdrücklich an und verweist auf die unaufhebbare Differenz von Sein und Sollen, die ja mit der vorhandenen Kommunikationsstruktur selbst vorgegeben sei (und damit genau unsere Grenzen aufweise): Die in der Sprache - hier der Struktur der Sprechakte - aufgezeigten Möglichkeiten sozialer Symmetrie und Chancengleichheit sind demnach ein realitätswirksamer, aber in der Realität nicht eingelöster Entwurf einer weitgehend emanzipierten Gesellschaft. Die Diskursteilnehmer wissen also, „dass der Diskurs von den ausgeblendeten Motiven und Handlungszwängen [also strategischen Hintergrundelementen, der Verfasser] niemals definitiv „gereinigt“ ist. Sowenig wir ohne die Unterstellung einer gereinigten Rede auskommen, so sehr müssen wir uns doch mit einer „verunreinigten“ Rede abfinden.(21)

Das mit dem Diskurs angestrebte Ziel ist erreicht, wenn die problematisierten, eventuell nicht übereinstimmenden Geltungsansprüche geklärt werden können, wenn also allen Beteiligten voll bewusst ist, auf welcher normativen Grundlage die bisherigen Aussagen, Meinungen oder Wertvorstellungen geäußert wurden. Können schließlich die beteiligten Kommunikationsteilnehmer für alle verbindliche Handlungskonsequenzen aus dem Diskurs ziehen, dann sind die Bedingungen für einen wahren Konsens auf der Grundlage einseitig einsehbarer und akzeptierter Geltungsansprüche erfüllt. Der gesicherte Konsens kann schließlich im kommunikativen Handeln auf das jeweilige Thema hin fruchtbar gemacht werden.

 

 

8.   Zur Diskussion der Kommunikationstheorie von Jürgen Habermas

 

Wie beschrieben zieht Habermas eine kategorische Trennungslinie zwischen strategischer und verständigungsorientierter Kommunikation. Der erstgenannte Typ ist markiert durch Interessenabhängigkeit, Erfolgsorientierung und Eigennutz des subjektiven Handelns. Zweifellos - auch nach Habermas’ Ansicht - ist die strategisch orientierte Kommunikation dominant in unserer Gesellschaft, denn ihr gegenüber erweisen sich Moral und Disziplin verständigungsorientierter Handlungen im Endeffekt unterlegen.

Und dennoch muss Habermas im Namen der Vernunft am qualitativen Primat des kommunikativen Handelns festhalten, weil - aus seiner Logik heraus - nur im Vorschein einer rationalen Ordnung und durch eine verbindliche Orientierung an ihr der zivilisatorische Status quo aufrechterhalten werden kann. Durch seine vernunftzentrierte Betrachtungsweise bleiben allerdings die Möglichkeiten strategischer Kommunikation unterbelichtet. Infolgedessen lassen sich zwei einfache theoriekritische Grundfragen stellen:

Kann sich die Diskurstechnik trotz ihrer normativen Ansprüche im Alltag bewähren?

Welche Chancen bietet (demgegenüber) die strategische Kommunikation zur Bewältigung alltäglicher Kommunikationserfordernisse?

 

8.1  Zur Frage der Diskurspraxis

 

Orientiert man sich im strengen Sinne am Habermas’schen Terminus, zeigt sich bald, dass die Bedingungen, die der Diskurs an die Verfahrensbeteiligten stellt, im privaten wie im institutionellen Sprachgebrauch nur schwer erfüllt werden können. Im Gegensatz zum kommunikativen Handeln erfordert der Diskurs einen hohen Bewusstheitsgrad, eine außerordentliche Methodenkompetenz bezüglich der Diskursregeln und einen bemerkenswerten Grad an kognitiver Disziplin.

Der erfolgreiche Diskurs verlangt nämlich neben einer ausgeprägten Sensibilität für Kommunikationsbarrieren und Konsensgefährdung eine hohe Kompetenz zur Einsichtsfähigkeit und Reflexionsbereitschaft sowie die Bereitschaft zu einer relativ strikten Regelbefolgung. Nimmt man Habermas wörtlich, so wären mit Aufnahme des Diskurses nicht nur Affekte wie Zorn, Dominanzstreben und Ehrgeiz zu zügeln,(22) sondern die Beteiligten müssten auch unbewusste Täuschungen (durch ideologische Bindungen) oder komplexe Vorurteilsstrukturen an sich und anderen durchschauen können. Unter den Bedingungen des normalen Handlungsdrucks fällt es schwer, die Brüchigkeit oder Illegitimität von Geltungsansprüchen zu erspüren oder einen Diskurs konsequent bezüglich aller anzusprechenden Wirklichkeitsdimensionen zu absolvieren.

Bleibt die entscheidende Frage, wann, wo und unter welchen Bedingungen ein regelrechter oder „wahrer“ Diskurs denn möglich ist. Nach einem Hinweis bei Habermas selbst müssen wir davon ausgehen, dass Diskurse eher „Inseln im Meer der Praxis“(23) gleichen. Demzufolge kann nicht schon dann von Diskursfähigkeit gesprochen werden, wenn wir uns Mühe geben, Vernunft walten zu lassen oder an Bruchstellen des kommunikativen Handelns mehr oder weniger methodisch nach zusätzlichen Rechtfertigungen suchen. Eher ist es so, dass die Diskurskompetenz mehr und mehr auf Expertenkulturen übergeht, also auf Wissenschaftlerinnen und Moralexperten und wir Anleihen an diesen Vorleistungen machen.

Hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen einer Diskurspraxis könnten folgende Überlegungen eine kritische Bewertung scheinhafter oder tatsächlicher Diskurse erleichtern:

Diskurse regeln oder problematisieren die von Kommunikatoren unterstellten Geltungsansprüche, jedoch nur soweit und so „tiefgründig“, wie es die jeweils durch die Subjekte eingebrachten Eikenntnishorizonte zulassen.

Diskurse sind insofern tendenziell offene Prozeduren, als sie in einem komplexen Verhältnis von Wechselseitigkeit bzw. interdisziplinärer und interinstitutioneller Vernetzung stattfinden. Diskurse können mehrstufig sein und können mehrere Ratifizierungsphasen durchlaufen, indem die Diskursresultate eines vorläufigen Diskussionsstadiums in einem nachfolgenden radikalisiert und kritisiert werden.

Diskurse sind selbst nur möglich auf der Grundlage legitimierender Weltbilder, die sie in ihrer Geltungsweite und -dauer begrenzen. Weltbilder sind einerseits notwendige Erkenntnisstrukturen und Ressourcen für Interpretationen, andererseits können sie als unüberwindbare Kommunikationsbarrieren wirken.

Kategorische Bedingung für jeden Diskurs und jedes Diskursstadium bleibt der Vorgriff auf die ideale Sprechsituation und der Verzicht auf Zwang - in welcher Form auch immer.

 

 

9.   Zum Stellenwert der strategischen Kommunikation

 

Das normative Gerüst der Theorie von Habermas bringt es mit sich, dass strategisches, also erfolgsorientiertes Handeln nachgeordnet und eher beiläufig erscheint. Andererseits erkennt Habermas das reale Übergewicht strategischer Kommunikation in alltäglicher Interaktion ausdrücklich an. So ergibt sich ein deutliches und doppeltes Ungleichgewicht zwischen einer quasi überhöhten (gleichwohl unterhöhlten) Verständigungsorientierung und einer defizitär gekennzeichneten Zweckorientierung der Kommunikation. Wir sind also letztlich gezwungen, in einer permanenten Kluft zwischen einem meist falschem Sein und richtigem Sollen zu kommunizieren.(24)

Die Frage ist, ob es sinnvoll oder notwendig ist, an der kategorischen Trennung zwischen zwei sehr unterschiedlich bewerteten Kommunikationsmodi in der gegebenen Form festzuhalten. Anstatt normativistisch die Einverständnis- und Nutzenorientierung alternativ einander gegenüberzustellen, böte sich die Möglichkeit, auch im strategischen Handeln ein Potential der Verständigungsorientierung zu erkennen - und zwar ohne deshalb zugleich die Orientierung an einem normativen und idealen Fundament der Sprache aufzugeben. Strategische Kommunikation muss nämlich keineswegs von vornherein unvereinbar sein mit einer - jetzt allerdings weniger strikt konstruierten - Verständigungsorientierung in und durch Sprache. Dafür finden sich genügend Beispiele in der gesellschaftlichen Wirklichkeit.

Schon aus der Handlungstypologie von Habermas war zu ersehen, dass strategische Kommunikation in vielen Spielarten Vorkommen kann. Selbst wenn wir offiziell geächtete Formen strategischen Verhaltens wie Täuschungen, Drohungen oder Manipulationen ausschließen, bleiben zahlreiche Varianten, deren Beachtung und auch Kultivierung im Interesse gesellschaftlicher Rationalisierung liegen könnte und die durchaus geeignet wären, Gegenstand einer praktischen Kommunikationsethik zu sein. Hier sei nur andeutungsweise auf drei Standardsituationen hingewiesen:

 

-   In Gesprächen, in denen wir unsere persönlichen Beziehungen regeln, verfolgen 
    wir bewusst wie unbewusst Strategien der 
    Durchsetzung von Eigeninteressen: sei es durch verdeckte oder offene Appelle,
    durch subjektive Be- und Entwertungen sowie 
    durch die Selektion der für uns relevanten Themen oder Gegenstände

-   In mehr oder weniger ritualisierten Formen der Konfliktaustragung befolgen wir 
    legitimierte und ausgearbeitete Strategien der
    eigenen Vorteilswahrung. Beispiele dafür sind die Kommunikation vor Gericht
    oder behördlichen Anhörungen. Dabei kann es
    sich um initiativ eingeleitete Strategien handeln, um sich eigene Vorteile zu
    sichern, aber ebenso um aufgezwungene
    Abwehrstrategien, die vor Nachteilen schützen sollen

-   im beruflichen, wirtschaftlichen oder generell öffentlichen Bereich der
    Interessenwahrnehmung werden Techniken der
    Verhandlungsführung (Tarifstreit, Vertragsverhandlung) genutzt. Dabei wird
    ebenfalls auf bewährte Regeln und
    Strategiekonzepte zurückgegriffen, um - bei gleichzeitiger Anerkennung der
    oppositionellen Interessen - eigene Ziele
    durchzusetzen. Solche Strategien aller Verhandlungspartner helfen, im
    gegenseitigen Einverständnis zu tragfähigen Lösungen
    oder Kompromissen zu gelangen, die ihrerseits sozial stabilisierende Funktion
    haben.

 

Ein Beispiel für den zuletzt genannten Punkt ist die heute zunehmend relevante Technik der Mediation'.(25) Vermittlungsbemühungen unter Einschaltung Dritter in Schiedsrichterfunktion finden sich bei familienrechtlichen Streitigkeiten (etwa im Zusammenhang mit Scheidungen), aber auch bei Schlichtungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (im Arbeitsrecht) oder in moderierten Streitgesprächen. In allen Fällen zielt die Mediationstechnik darauf ab, gegensätzliche Positionen und Argumente zu erkennen, zu ordnen und in einem Abwägungsprozess so zu vergleichen, dass für die beteiligten Parteien ein tragfähiger Kompromiss zustande kommt.

Ein derart erfolgsorientiertes Vorgehen ist gleichfalls auf eine Form der Verständigung bezogen, die auch dann etwas Verallgemeinerungsfähiges an sich hat, wenn sie „nur“ der Ausbalancierung privater Interessen dient. Unter dem praktischen Aspekt der Bewältigung von Standardproblemen kann insofern Erfolgsorientierung durchaus auch als konsensstiftendes und integrationsförderndes Prinzip geschätzt werden.

Eine gewisse Korrektur in seiner Bewertung des strategischen Handelns hat Habermas im Übrigen selbst vorgenommen, auch wenn damit die prinzipielle Unterscheidung zwischen kalkulierender Nutzenorientierung einerseits und normativer Wertorientierung andererseits keineswegs relativiert wird.

So bemerkt Habermas in einem Gespräch, »dass Kompromisse nicht nur faktisch weitverbreitet sind, sondern auch normativ einen ganz unverdächtigen Stellenwert haben“(26), und zwar immer dann, wenn bei ausgeprägter Interessenlage Handlungskonflikte nicht argumentativ beigelegt werden können.

Allerdings geht Habermas auch jetzt nicht so weit, der erfolgsorientierten Einstellung einen ähnlichen Rang einzuräumen wie der Verständigungsorientierung. Auch wenn Verhandlungsführung und Kompromissfindung Interaktionen regelhaft vernetzen - und so ein System berechenbarer Handlungsfolgen schaffen - bzw. Interessenlagen ausbalancieren, so bewegen sie sich doch unvermeidbar im Rahmen einer utilitaristischen Grundeinstellung und können nicht mit normativen Wertmaßstäben wie Gerechtigkeit, Fairness oder Legitimität gemessen werden.(27)

 

 


 

Anmerkungen

1.  Hier wird deutlich, dass Habermas in seinen Ansatz wesentliche Elemente des Symbolischen Interaktionismus einarbeitet.

2.  Vgl. dazu Habermas, Jürgen, Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II, Frankfurt/Main 1984, S.208 ff.

3.  Vgl. „Theorie des kommunikativen Handelns“, Bd. I, S.384.

4.  Nebenbei bemerkt können instrumentelle Handlungen natürlich auch an Menschen vorgenommen werden, sei es auf dem Operationstisch oder in manchen Verwaltungsakten.

5.  Habermas, Jürgen, Moralbewusstsein und kommunikatives Handeln, 6. Aufl., Frankfurt 1996,, S. 144

6.  Unbewusste Täuschungen können auf äußere Realitätsverkennungen (Irrtümer) zurückgehen, aber auch auf Selbstmissverständnisse wie im Falle von neurotischen Störungen, die eine Einsicht in die eigenen Handlungsmotive behindern können.

7.  Habermas, Jürgen, Vorstudien und Erklärungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt 1984, S. 499

8.  Noam Chomskys berühmtes Hauptwerk „Aspects of the Theory of Syntax“ gilt als Begründung der „generativen Transformationsgrammatik“, für die die Grundannahme einer angeborenen linguistischen Kompetenz maßgeblich ist. In Deutsch: Aspekte der Syntax-Theorie, Frankfurt 1969

9.  Vgl. Habermas, Jürgen, Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz, in: ders./ Luhmann, Niklas: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie, Frankfurt 1971, S. 101-141, hier S. 101.

10. A.a.O., S. 103

11. Sprechakte zeichnen sich durch die vorgestellte besondere Doppelstruktur aus: Sie können sowohl „Strukturen der Redesituation“, also sozialen Handlungssinn, begründen wie auch als sprachliche Ausdrücke in der Rede selbst vertreten sein..

12. Habermas, Jürgen, Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I, S. 413

13. Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I, S. 413

14. Hörer signalisieren durch stilles Akzeptieren des Gesagten oder durch Bejahung, daß sie die jeweiligen Voraussetzungen (hinsichtlich Verständlichkeit, Wahrheit, Richtigkeit und Wahrhaftigkeit) anerkennen, oder sie bestreiten die geäußerten Geltungsansprüche durch Zurückweisen oder Verneinen.

15. Die Sprechaktanalyse ist Teil der angelsächsischen “Theorie der normalen Sprache". J. L. Austin und J. R. Searle sind deren bekannteste Vertreter. Die Untersuchung von Sprechakten begann in den frühen 60er Jahren und hatte in Deutschland ihren Höhepunkt in den 70er und 80er Jahren.

16. Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I, S. 48

17. ders.: Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz, a.a.O., S. 117

18. Burkart, Roland/Lang, Alfred, Die Theorie des kommunikativen Handelns, in: Burkart, Roland/Hömberg, Walter (Hrsg.): Kommunikationstheorien, Wien 1992, S.40-68, hier S.48.

19. Habermas, J., Vorstudien und Erklärungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, a.a.O., S.116.

20. ders.: Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz, a.a.O., S. 137.

21. Habermas, J., Der philosophische Diskurs der Moderne, Frankfurt 1988, S.376

22. Die geforderte Affektsteuerung im Konzept des verständigungsorientierten Handelns zeigt sich im Weiteren auch daran, dass die affektnahe Modalität der nonverbalen Kommunikation bei Habermas nur eine untergeordnete Rolle spielt. Sie wird nur insoweit berücksichtigt, wie sie in den Kontrollbereich verbaler Kommunikation integriert ist und damit den gleichen Bedingungen unterliegt.

23. Habermas, J., Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt 1995, S. 500

24. Diese Tendenz zur Verabsolutierung der venunftgeleiteten Rede hat Habermas immer wieder den Vorwurf der elitären Gesellschaftsbetrachtung eingetragen.

25. Mediation = Vermittlung

26. Ein Interview mit der New Left Review No. 151, Mai 1985, abgedruckt in: Habermas, J., Die neue Unübersichtlichkeit, Frankfurt 1985, S. 243. Den Hinweis verdanke ich Burkart/Lang, a.a.O., S.49.

27. Dazu Habermas, J., Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, a.a.O., S.576f.

 

 

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© André Lundt