Teil  4:      Nonverbale Kommunikation

 

 

1.1  Dominanz der nonverbalen Kommunikation

 

Obwohl nonverbale Kommunikation bzw. Körpersprache in jeder Kommunikation von Angesicht zu Angesicht immer gegenwärtig und wirkungsmächtig ist, wird ihr weder von den Kommunikationsteilnehmern noch von der Kommunikationstheorie eine ihrer realen Bedeutung entsprechende bewusste Aufmerksamkeit geschenkt.(1) Wir alle nehmen zwar nonverbale Kommunikation als grundlegende Selbstverständlichkeit hin, agieren in ihr und reagieren auf sie, aber wir thematisieren und analysieren sie nicht in gleichem Umfang wie verbale Kommunikation.

Dabei belegen empirische Untersuchungen, dass der Anteil der ver­balen Kommunikation eines normalen Sprechers am gesamten kom­munikativen Verhalten eher gering ausfällt: Seiler gibt für gesproche­ne Sätze in alltäglichen Interaktionen eine Durchschnittsdauer von lediglich zweieinhalb Sekunden an.(2) Annähernde Schätzungen gehen sogar davon aus, dass überhaupt nur sieben Prozent der sozialen Bedeutung über verbale Kommunikation vermittelt werden, während die restlichen 93 Prozent auf nonverbale Bedeutungsübertragung ent­fallen.(3) Ähnliche Beurteilungen stammen aus der rhetorischen Praxis, deren Erfahrungen zeigen, dass die Wirkung eines Redeauftritts bei den Hörern sehr viel stärker von den außersprachlichen Signalen abhängt als von den Satzinhalten.

Die Gründe für die relative Überbewertung des Sprachlichen sind unterschiedlich und können nicht oder nur selten eindeutig identifi­ziert werden. Gewiss spielt hier eine Rolle, dass wir verbale Kommuni­kation mit einem relativ hohen kognitiven Aufwand entschlüsseln, während nonverbale Zeichen eher beiläufig wahrgenommen werden. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass verbale Zeichen bzw. sprachlich und syntaktisch klar gegliederte Sätze sehr viel besser segmentiert werden und als abgegrenzte Einheiten erkannt werden können. Schließlich mag auch der Umstand ausschlaggebend sein, dass wir insofern unser kommunikatives Verhalten „zensieren", als wir vage, weil nicht eindeutig dingfest zu machende Bedeutungsanzeigen bzw. affektiv geladene Botschaften eher ausblenden und eher dazu tendieren, rationale Botschaftsinhalte anzuerkennen. Ein unterstüt­zendes Argument für diese „verborgene" Einstellung zum nonverba­len Verhalten gibt auch die Zivilisationstheorie, wenn sie darauf hin­weist, dass rationalistische Kulturen gewöhnlich biologisch und affek­tiv motiviertes (und das heißt auch „irrationales") Kommunikations­verhalten durch eine Domestizierung der Körperbewegung unter­drücken oder verdrängen.(4)

 

Erscheinungsformen nonverbaler Kommunikation

 

In der Fachliteratur zur Körpersprache werden gewöhnlich die Ausdrücke 'nonverbal' und 'körpersprachlich' gleichsinnig gebraucht,(5) doch unterscheiden sich die meisten Fachbeiträge in der "Weise, wie sie einzelne körpersprachliche Phänomene voneinander abgrenzen und welche Zeichen oder Signale insgesamt sie dem Bereich der nonver­balen Kommunikation zurechnen. Einem Systematisierungsvorschlag Michael Argyle's folgend wollen wir in einer ersten Übersicht einige einfache Abgrenzungen vornehmen:(6)

 

Zunächst lässt sich Körpersprache in die Bereiche der vokal-auditiven und der kinetisch-visuellen (oder auch gestural-visuellen) Zeichen unterteilen. Zu dieser Gruppe gehören also stimmlich produzierte und über das Gehör empfangene Zeichen, zur zweiten gehören Gebärden und Bewegungen, die ausschließlich visuell wahrgenommen werden, aber von vokalen Gesten begleitet werden können.(7)

Vokalisierungen treten ihrerseits in zwei Formen auf, nämlich einmal als Teil der verbalen Mitteilung in Form von prosodischen Merkmalen(8) , zum anderen als paralinguistische (bzw. paraverbale) Signale, die ihrerseits keinen sprachlichen Mitteilungsgehalt (Bedeutung) enthalten, sondern eine affektiv-emphatische Ausdrucksform darstellen - so etwa erhöh­te Sprechgeschwindigkeit bei Erregung.(9)

 

Die vokal-auditiven Ausdrucksformen bilden ein weniger reiches Zei­cheninventar als die sehr differenzierten, visuell wahrnehmbaren Kör­perzeichen und sind deshalb auch in geringerem Maße geeignet, segmentierbare und damit relativ präzise Bedeutungen zu transportieren. So ist beispielsweise eine gehobene Stimme weniger signifikant bzw. mehrdeutiger als eine spezifische Geste wie die winkende Hand. Auch wenn die vokal-auditiven Elemente der Kommunikation oft eher als Begleit- oder Hintergrundphänomene erscheinen, so beeinflussen sie doch die Wirkung unseres kommunikativen Ausdrucksverhaltens in erheblichem Umfang. Dies wird für uns ersichtlich, wenn wir etwa an den Anteil der prosodischen oder paraverbalen Phänomene in Schmeichelreden, in rhetorischen Vorträgen bzw. bei Wutausbrüchen oder ironischer Redeweise denken.

Obwohl im Folgenden die vokalen Phänomene der Kommunikati­on aufgrund der genannten Spezifik gesondert dargestellt werden, ist doch zu beachten, dass sie in realer Kommunikation zusammen mit körpersprachlichen Zeichen und Signalen eine Wirkungseinheit bil­den.

 

 

1.1.1. Vokal-auditive Kommunikation

 

In normaler Rede fällt es in der Regel schwer, einzelne Ausdrucks­qualitäten der Stimmführung danach zu unterscheiden, ob sie ein Strukturelement der Sprache darstellen und insofern systematisch auftre­ten oder ob sie eher als expressiv Signale zu bewerten sind. In alltägli­chen Verständigungsprozessen überlagern sich die beiden Aspekte der Vokalisierung, werden jedoch unabhängig davon von Hörern auf Grund ihrer kommunikativen Kompetenz, Situations- und Bezie­hungskenntnis weitgehend mühelos verstanden - umso mehr, als sprachinhaltliche, gestische und vokale Informationen sich wechsel­seitig „kommentieren" bzw. vereindeutigen. Folgende Phänomene des prosodischen und vokalen Bereichs werden gewöhnlich unterschie­den:

l. Intonation (oder Sprechmelodie): Mit ihr wird durch variierende Stimmhöhenbewegung ein gesprochener Text bedeutungshaft gestaltet. Sie kann sowohl signifikant eingesetzt werden - z.B. zur Kennzeichnung eines Aussage- oder Fragesatzes oder zur pragmatischen Markierung einer Aussage (Zweifel, Ironie) -wie auch zum Zweck der Expression im Falle eines dramati­schen oder emotionalen Vortrags. In der Intonation wirken im Übrigen verschiedene vokale Elemente (wie Tonhöhe, Lauts­tärke und Klangfarbe) zusammen.

2. Akzent/Betonung: Die Tonverstärkung - mittels Lautstärke, Dynamik (Druck), Tondauer oder Überartikulation - dient vor allem der Hervorhebung eines Redeabschnitts und leistet damit entweder eine Sinnbetonung oder eine Bedeutungsdifferenzierung. So wandelt sich die Bedeutung des Satzes „Du hast doch die Fernbedienung weggenommen" je nachdem, ob die Betonung auf 'Du' oder auf 'Fernbedienung' liegt.

Einzelne Funktionen des Akzents bestehen in der Differen­zierung von Wortbedeutungen, der Markierung von Wort­grenzen, der Silbenhervorhebung oder auch dem Ausdruck von Expressivität.

3. Die Lautstärke/Stimmintensität dient, wie erwähnt, insbesonde­re der Akzentbildung und der Gestaltung der Sprechmelodie. Darüber hinaus hat sie eine starke expressive Funktion, inso­fern damit innere Befindlichkeiten eines Sprechers wie Erre­gung, Spannung, Begeisterung u.a. ausgedrückt werden kön­nen. Lautstärkenveränderungen treten im Übrigen auch auf als Reaktion auf bestimmte Situationsmerkmale wie Unaufmerk­samkeit oder störende Umgebungsgeräusche.

4. Die Tonhöhe (Frequenz) trägt ebenso wie die Lautstärke zur Sprechmodulation insgesamt bei. Mit ihr können einerseits Satzbedeutungen markiert (z.B. ein Fragesatz) und pragmati­sche Indizierungen (wie Einstellung zum Sprecher bzw. zur Sprechsituation) vorgenommen werden, andererseits hat auch sie Symptomcharakter hinsichtlich der Sprecherbefindlichkeit, wenn damit Affekte zum Ausdruck gebracht werden.

5. Sprechrhythmus und Geschwindigkeit: Der Sprechrhythmus ergibt sich aus der Variation der Tondauer, der Betonung, des Sprechtaktes und der Sprechpausen. Er ist vor allem ein (rhe­torisches) Gestaltungsmittel zur Dramatisierung der Rede, wird aber darüber hinaus auch beeinflusst durch die Sprecher­stimmung bzw. -einstellung (z.B. Nervosität) und durch situa­tive Rahmenbedingungen. Die Sprechgeschwindigkeit hängt ihrerseits von Tondauer und Pausen ab, des Weiteren aber auch vom Artikulationsvermögen, der Sprechererregung und von äußeren Einflussfaktoren (wie etwa Zeitdruck).

6. Sprechpausen sind ein wichtiges Gliederungsmittel der Rede; sie interpunktieren Sinnsequenzen, können kommentierenden Charakter haben (Bedenken anzeigen oder Aufmerksamkeit erheischen) oder rhetorisch-dramaturgisch eingesetzt werden. Ferner ist zu unterscheiden, ob es sich um Redepausen infol­ge der gedanklichen Satzplanung bzw. einer Textgliederungsab­sicht handelt oder um pragmatische Schweigephasen in der Konversation bzw. um größere Gesprächspausen. Sprechpausen­typen zeigen u.a. an und nehmen Einfluss darauf, wie eine soziale Sprechsituation gestaltet und interpretiert wird.(10)

 

 

1.1.2.  Gestisch (kinetisch)-visuelle Kommunikation

 

Neben der Klasse der vokal- auditiven Ausdrucksformen verfügen wir mit den Formen der gestisch-visuellen Kommunikation über ein äußerst dif­ferenziert nutzbares Repertoire an Zeichen und Verhaltensschematisierungen. Auch hier sind zunächst einige terminologische Vorklärun­gen zu treffen. Danach wollen wir unterscheiden:

 

1. Die Körpersprache engeren Sinne, wozu Bewegungen einzelner Körperpartien wie Gestik, Mimik, Blickkontakt und Körperhaltung wie Körperbewegungen gehören. Letztere werden von der soge­nannten Kinesik(11) unter dem Aspekt der kommunikativen Motorik behandelt, wobei neben Kopf- und Rumpfbewegun­gen auch gestische Elemente eine Rolle spielen. Im weiteren Sinne kann auch das kommunikative Körperverhalten unter „ökologischem Aspekt" als Körpersprache verstanden wer­den, wobei dann auch auf den Ausdruck der sozialen Distanz (Proxemik), der sozialen Statusdifferenz und auf das territoriale Verhalten Bezug genommen wird.(12)

 

2. Uneigentliche Körpersprache: Es erscheint sinnvoll, im Rückgriff auf die Unterscheidung von „Leib sein" und „Leib haben" zwi­schen einer Kommunikation mit dem natürlichen Körper und einer Kommunikation am Körper mit Hilfe von attachierten (künstlichen) Zeichen zu differenzieren. Im ersten Fall „spricht" der Körper als physiologisch-organische Einheit primär aufgrund von inneren Befindlichkeiten bzw. von psychisch und sozial bedingen (affektiven wie kognitiven) Stimulierungen. Im zweiten Fall haben wir es mit einer bewussten und kontrollierbaren Verwendung des Körpers als Zeichenträger zu tun, dann nämlich, wenn wir uns selbst durch Kleidung, Frisur und Accessoires repräsen­tieren und inszenieren. Hier erscheint es jedoch sinnvoller, von Körperrepräsentation als besonderer Form der nonverbalen Kommunikation zu sprechen. Zweifellos ist auch diese körperbezogene Zeichenverwendung kommunikativ, weil sie sich bewusst an andere richtet und von diesen als bedeutungsvoll erkannt wird.

Von der Körpersprache im engeren Sinne (vgl. Punkt l), aber auch von der inszenierenden Körperrepräsentation sollten verwandte Phänomene wie Wirkung von körperlichen Merkmalen auf andere konsequent geschieden werden, denn auch wenn Größe, Korpulenz oder physische Attraktivität bei anderen Perso­nen eine Reaktion auslösen können, so bestehen diese Eigenschaften doch zunächst als realer und andauernder Sachverhalt für sich und können daher nicht wie frei verfügbare oder 'abwählbare', d.h. als intentionale Zeichen eingeordnet werden.(13) Strukturmerkmale des Körpers sind möglicherweise informativ, weil sie etwas über eine Person aussagen können, sie sind jedoch keinesfalls an sich kommunikativ(14) , weil sie weder intendiert sind noch eine - und sei es nur unbewusste - Botschaft enthalten.

 

3. Objektvermittelte Kommunikation: Als spezielle Form der nonver­balen Kommunikation begreifen schließlich manche Autoren auch absichtsvolle Arrangements in und an der Umwelt wie Sitzordnungen, den Einsatz von Licht- bzw. Akustikeffekten oder aber symbolische Arrangements von Gegenständen wie Esstische u.a. Wie wichtig symbolische Handlungen dieser Art sein können, zeigen beispielsweise die sozialen Rituale des Gastempfangs oder der Demonstration von Status, Prestige und sozialen Einstellungen im Vorweisen von bedeutungsvollen Symbolen. Der Ein­bezug von Umweltelementen und deren kommunikative Ver­wendung in eine Kommunikationsanalyse wird - bei grundsätzlicher Berechtigung - allerdings dort problematisch, wo Unklarheiten entstehen über die Konventionalität der ver­wendeten kommunikativen Symbole und damit über die Ver­ständlichkeit der durch sie ausgedrückten Botschaften. Ob und wie ausgeprägt Umweltarrangements als bedeutungsvolles Zeichen interpretiert werden, entscheiden letztlich der speziel­le Handlungskontext und die jeweiligen Kompetenzen der Handlungsbeteiligten.(15)

 

 

1.2.  Zur Funktion nonverbaler Kommunikation

 

Die zuvor anhand von strukturellen und semiotischen Merkmalen entwickelte Typologie betont zunächst die Zeichenträger sowie die Modalitäten der nonverbalen Kommunikation. Für die Kommunika­tionspraxis bietet sich jedoch eine erweiterte Betrachtungsweise an, die vor allem auf die kommunikative Leistung, d.h. die Funktion einzelner körpersprachlicher 'Zeichenformen und -modalitäten eingeht. Unter dem hier zu wählenden Leitaspekt einer praxisrelevanten Steuerung und Inter­pretation von kommunikativen Beziehungen in Face-to-face-Interaktionen befassen wir uns im Folgenden mit Körpersprache vorwiegend in dem oben unter Punkt (l) beschriebenen Sinn. Andere Gesichts­punkte der nonverbalen Kommunikation sind deshalb nicht irrele­vant, werden aber hier aus Gründen der Schwerpunktsetzung nur beiläufig behandelt.

Nonverbale Kommunikation, ist, wie noch genauer zu zeigen sein wird, multifunktional und - gerade in Bezug auf sprachliche Verstän­digung - hochgradig komplementär wie unterstützend. Ihre wesentliche Leistung kommt vor allem zum Ausdruck in

-   der Veranschaulichung (Unterstreichung) der Rede

-   der Mitteilung emotionaler Zustände

-   der Regulation des individuellen und sozialen Verhaltens (durch Rhythmisierung und
     Sequenzierung) und

-   in der Qualifizierung der Sprecher-Hörcr-Beziehung.(16)

 

Verbale und nonverbale Kommunikation sind also eng aufeinander abgestimmt, stellen sich gegenseitig vereindeutigende Kontexte zur Verfügung und befördern so einen kommunikativen Gesamtvorgang von Beziehungs- und Handlungskoordination, der über einfache Übertragungsleistungen weit hinausgeht. Zur Erfüllung der oben bezeichneten Funktionen tragen die uns verfügbaren körpersprachlichen Mittel (bzw: Kanäle) auf je unter­schiedliche Weise bei. Ihre isolierte Darstellung in den folgenden Abschnitten ist auf darstellungs-technische Gründe zurückzuführen, nicht auf ihre tatsächliche Funktionsweise, die vielmehr durch eine Verschränkung und Integration von Gestik, Mimik sowie Körperhaltung und -bewegung gekennzeichnet ist (ohne hier die zusätzliche Dimension der vokalen Ausdrucksformen zu berücksichtigen). D.h. unser Körper bildet eine Gesamtgestalt und ein Verhaltenskontinuum zugleich, weshalb Interfe­renzen zwischen den einzelnen leiblichen Bewegungsmustern oder Stellungsformen unvermeidlich sind - wenngleich auch erschwerend für jede Untersuchung. Verstärkt wird dieses Problem der Kommuni­kationsanalyse dadurch, dass in der Regel ein bestimmter Signal- oder Zeichenausdruck nicht eindimensional übertragen wird (also nur durch einen diskreten Zeichenträger), sondern durch eine Vielzahl neuronal und pragmatisch verknüpfter Ausdruckselemente wie Fin­ger, Hand, Kopf und Blickverhalten in Kombination.

 

 

1.3 Mimik und Blickkontakt

 

Das Gesicht ist der wichtigste Bereich des Körpers für normale Signale. Durch seine hohe Ausdruckskraft kann es besonders gut Informationen senden und wird daher am meisten beachtet."(17)

Kommunikationsteilnehmer achten deshalb während ihrer Interak­tion mit anderen vorwiegend - und zwar meistens unbewusst - auf die Augenpartie (bzw. die Art des Blickkontakts) und auf die Mimik, weil sie aus diesen Ausdruckszonen wichtige Hinweise über die Sprecher-befindlichkeit und die momentane Qualität der interpersonalen Bezie­hung entnehmen können.

Unser Gesichtsausdruck wird durch verschiedene Faktoren bedingt und gesteuert: zunächst durch das autonome Nervensystem, das für den mimischen Gefühlsausdruck verantwortlich ist. Archai­sche Emotionen wie Freude, Überraschung, Angst, Wut, Traurigkeit, Ekel oder Interesse schlagen sich eindeutig und wiedererkennbar in unserer Mimik nieder, und zwar unabhängig von ethnischer oder kultureller Zugehörigkeit.(18) Ähnlich verhält es sich auch mit Signalen, die die interpersonale Einstellung vermitteln, z.B. Zu- und Abneigung oder Unter- und Überlegenheit. Alte emotionale Ausdrucksmuster können jedoch auch kulturell überformt und spezifiziert werden und unterlie­gen daher partiell der willkürlichen Beeinflussung, was sich am Bei­spiel ritueller Trauer oder Freude zeigen lässt. Schließlich weist die Mimik auch persönliche Merkmale auf, die entweder anerzogen oder durch andere Formen der Habituali-sierung(19) erworben werden können (affektierter Gesichtsausdruck, häufiges Lächeln usw.).(20)
Die in Gren­zen mögliche Manipulierbarkeit von Gesichtszügen gibt uns also Gelegen­heit, Gefühle konventionell zur Schau zu tragen oder strategisch - etwa bei wirkungsvoll gestalteten Vorträgen - einzusetzen. In Fällen der willkürli­chen Mimiksteuerung ist allerdings zu bedenken, dass diese von sensi­blen Beobachtern erkannt und abgelehnt werden kann, nicht zuletzt deshalb, weil sie dem übrigen Ausdruckverhalten eines Sprechers oder seinen verbalen Botschaften möglicherweise nicht adäquat erscheint.(21)

Analytisch wie praktisch sind also folgende Funktionen von Mimik herauszustellen: Sie gibt Auskunft über Gefühlszustände des Kommunikators, sie hat sprachbegleitende und insofern unterstützende Funk­tion und sie dient - neben anderen körpersprachlichen Zeichen – der Interaktionsteuerung und der Feedbacksicherung, indem sie etwa Signale des Verstehens oder des Nichtverstehens übermittelt.

Mimische Ausdrucksmöglichkeiten werden durch die Qualität des Blickkontakts ergänzt, jedoch ist der Blick nicht in gleichem Maße bedeutungsstark wie die Mimik, was bedeutet, dass das Sehen/Beob­achten des anderen hier wichtiger ist als das eigene absichtliche Signa­lisieren.(22) Die Qualität des Blicks resultiert im Einzelnen aus dem Öffnungsgrad der Augen, dem Blinzeln, der Pupillenweite, der Blickrichtung (Aus­weichen oder direkter Blick) und dem Ausdruck im Augenbereich, der dann schon einen Übergang zur Mimik markiert.

Interpersonelle Einstellungen im Blickverhalten manifestieren sich insbesondere bei der Kundgabe von Sympathie oder Antipathie, denn intensives Ansehen wird als Zeichen der Zuwendung oder Zuneigung gewertet und umgekehrt. Andererseits schlägt sich Vertrautheit zwi­schen Interaktanten nicht unbedingt in längeren Blickkontakten nie­der, wohl deshalb, weil die Notwendigkeit der sozialen (Aggressions-) Kontrolle geringer ist. Als Besonderheit sind in diesem Zusammenhang spezielle kulturell bestimmte Blickmuster zu verstehen, die jeweils  innerhalb eines begrenzten sozialen oder regionalen Raums gelten. Beispiele dafür sind einerseits Vermeidungen des Blickkontakts in vielen asiatischen, aber auch südamerikanischen (und anderen) Kulturen, mit denen Respekt und Unaufdringlichkeit signalisiert wird, und andererseits solche Blickvermeidungen, die Unterwürfigkeit bzw. die Anerkennung der Dominanz des Kommunikationspartners ausdrücken (Man schaut dem Kaiser nicht in die Augen).

Aufschlussreich ist zudem der empirische Befund, dass Personen in kooperativen Beziehungen viel Blickkontakt haben, wenn sie mit dem Partner vertraut sind; in konkur-rierenden Situationen sehen sie hingegen selbst vertraute Partner weniger intensiv an, unvertraute Personen dafür aber länger und intensiver. Auch hier erweist sich das Schauen als soziales Kontrollverhalten.(23)

Schließlich erlaubt der Blickkontakt auch Rückschlüsse auf die interpersonelle Intimität, denn bei Themen mit intimen bzw. sehr persön­lichen Inhalten neigen Sprecher eher dazu, dem direkten Blickkontakt auszuweichen, um sich gegen ein übermäßiges „Eindringen" des Part­ners zu schützen oder weil sie selbst in diesen Momenten Scham empfinden.

 

Eine wesentliche Rolle spielt der Blickkontakt zudem zur Gesprächssynchronisation bzw. zur Steuerung des Gesprächwechsels sowie bei der (metakommunikativen) Redekommentierung und Feedbadssicherung. Blicke eröffnen Kommunikation, signalisieren die Bereitschaft zur Redeübernahme und kündigen die Beendigung eines Gesprächs an. Des Weiteren können sie Ausdrucksverstärkungen, Betonungen und Überzeugungsintensität transportieren sowie schließlich kontrollieren helfen, ob die eigene Sprecherintention erfolgreich vermittelt werden konnte.

 

 

1.4 Gestik

 

Hände und Arme sind aufgrund ihrer feindifferenzierten Motorik sowie ihrer hohen Kodierungsfähigkeit und allseitigen guten Sichtbar­keit neben dem Blickkontakt am besten geeignet kommunikative Funktionen wahrzunehmen. Zwar gibt es individuell (und kulturspe­zifisch) sehr unterschiedliche Ausprägungen des Gestengebrauchs, doch kaum ein Sprecher wird - Extremfälle ausgenommen - über län­gere Sprechsequenzen gänzlich auf Gebärden verzichten können.

Anhand des Beispiels eines Redners, der vor einer Zuhörerschaft mit Medienunterstützung ein Konzept präsentiert, können wir uns die wichtigsten gestischen Funktionen und Formen veranschaulichen:(24)

Unabhängig von den Redeinhalten wird der Vortragende seinen Redefluss rhythmisch begleiten (skandieren) und auf diese Weise ein­zelne Äußerungssequenzen sichtbar gliedern. Taktstockgesten dieser Art fördern das Verständnis, sie stimulieren den Hörer und unterstützen die Sprachmotorik des Sprechers. Auf ähnliche Weise kann er gedankliche und argumentative Strukturen der Rede durch ideographische 25) Gesten begleiten, beispielsweise durch langsames Kreisen der Hände und Arme oder durch pointiertes Auf- und Abbewegen einer Hand.

Ein Vortragender veranschaulicht gewöhnlich die von ihm behan­delten Sachverhalte oder Gegenstände mittels gegenstandsbezogener Gesten, wobei er auf redebegleitende wie auf redeersetzende Aus­drucksformen zurückgreifen kann. Sprachersetzend ist z.B. die Zeigegeste auf das Tafelbild bzw. die Folie, die ebenso eindeutig wie ökonomisch auf den Redeinhalt verweist. Eine entsprechende Funktion haben die deskriptiven Gesten, die sich auf formale Eigenschaften (Länge oder Gestalt) eines geschilderten Objekts beziehen können, aber auch auf Handlungen und Vorgänge, die sich etwa durch eine langsame waage­rechte Handbewegung im Raum oder durch imitative Nachzeichnung bebildern lassen. Auch sie können an die Stelle längerer verbaler Aus­führungen treten.(26)

 

Einige gegenstandsbezogene Gesten werden demgegenüber vor­wiegend sprachbegleitend verwendet, weil andernfalls der Sinn der Gebärde unverständlich bleibt. Diese Embleme genannten Gesten sind konventionell festgelegt und haben mit dem bezeichneten Gegenstand oder auch Gedanken keine Ähnlichkeit (sie sind arbiträr).(27) Der Vor­tragende kann sie zur Veranschaulichung und Intensivierung in seine Rede integrieren, beispielsweise derart, dass der den Prozess des Nach­denkens durch ein schnelles Kreisen der Hand neben der Schläfe sym­bolisiert oder seine Zustimmung zu einer Entscheidung durch das Okay-Zeichen des emporgestreckten Daumens signalisiert. Embleme zeichnet also aus, dass sie nicht universell, sondern kulturspezifisch verwendet und daher erlernt werden müssen.

Neben den genannten Gestentypen sind nun noch zwei weitere für den Kommunikations-prozess relevant: die Affektausdrücke und die sozialorganisatorischen Gesten, von Ekman/Friesen Adaptoren genannt. Affektausdrücke sind unbewusste oder nur schwach bewusste Gesten, die emotionale Stimmungen wiedergeben.

Ein Redner kann etwa innere Erregung durch nervöse Fingerbewegungen verraten oder Angstgefühle durch ein Verschränken seiner Arme. Auch reflexhafte Bewegungen, die unter Umständen ein Erschrecken oder Abwehr signalisieren können, gehören in diese Kategorie.

Adaptoren sind zwar ebenfalls affektmotiviert, jedoch sind sie direkt auf den Interaktions-partner gerichtet oder aber auf Objekte wie auch reflexiv auf den Sprecher selbst. Partnerbezogzne Adaptoren manifestieren sich in Berührungen. In einem lebhaften Dialog können sie dazu dienen, die Aufmerksamkeit des Gesprächspartners zu sichern, ihn zu besänftigen oder eine emotionale Beziehung zu ihm herzustellen. Selbstadaptoren hingegen sind atavistische (28) Gesten, die der Vergewisserung des eigenen Körperselbst sowie der Affektabfuhr und -dämpfung dienen. Sie sind, was die Affektkontrolle anbelangt, den Objektberührungen ähnlich, die ja gleichermaßen „Übersprungshandlungen" darstellen, also als Ersatzbewegungen für primäre, jedoch unterdrückte Affekte fungieren. Phänomene dieser Art begegnen uns in vielerlei Form: ein Sprecher kann seinen Kugelschreiber malträtie­ren, mit Münzen spielen oder sich auch nur hinter dem Ohr kratzen.

 

 

1.5  Körperhaltung und -bewegung

 

Insbesondere bei der Analyse von Körperhaltungen und -bewegungen ist zu beachten, dass sie komplexe Ausdrucksmuster bilden, an denen unterschiedliche Körperzonen mitwirken. Hierauf beziehen sich auch Scherer und Wallbott, wenn sie hervorheben, dass Körper­bewegungen (in generalisierter Betrachtung) extensive Bewegungsfor­men darstellen, an denen wiederum partielle Teilbewegungen beteiligt sind.(29)

Eine Differenzierung von Körperhaltung und -bewegung führt zu drei engeren Bereichen der Betrachtung: 1. zur Körperhaltung als Zuordnung einzelner Körperpartien einer Person zueinander; 2. Zur Körperorientierung als Ausrichtung auf andere Personen und Objekte sowie 3. zur Körperbewegung in Form einzelner Bewegungsabläufe (Kinesik ) oder in Form einer Bewegung in Bezug auf den sozialen und gegenständlichen Umgebungsraum.(30)

 

'Zu (1): Körperhaltung (relativ zur Körperbewegung):

Ähnlich wie bei der Mimik kann die Körperhaltung den emotiona­len Zustand einer Person anzeigen, wobei auch hier universelle Muster auftreten wie z.B. die folgenden:(31)
 

              Körperhaltung                                             Interpretation
____________________________________________________________________________

 

           Arme verschränkt                                            Selbstschutz
           Halten der Taille                                              Angst vor Schädigung
           Achselzucken                                                   Passive Hilflosigkei

 

           Beine hoch überschlagen                                 Rückzug

           Beine überkreuzen (bei Frauen)                      Flirtbereitschaft

           Steife Rumpfhaltung                                        Unterdrückung von Angst

           Schlaffheit                                                        Hilflosigkeit

 

 

Ebenso ist die Körperhaltung Symptomträger für die interpersonale Ein­stellung. Geöffnete Arme und Beine bekunden beispielsweise Vertrau­en und Zuwendung, geschlossene Extremitäten dagegen Vorsicht und Schutz; eine entspannte soziale Beziehung zeigt sich häufig an der Rückwärts- und/oder Seitlehnung des Rumpfes sowie an einer asym­metrischen Armhaltung. Soziale Dominanz wird signalisiert durch eine aufrechte Haltung mit gehobenem Kopf, Submission andererseits durch eine geringe Körperstreckung und einen geneigten Kopf. Angstzu­stände und Euphorie sind abzulesen an starrer Ruhelage bzw. an schnellen bis hektischen Bewegungen.(32)

Es ist allerdings trotz des realen Auftretens transkultureller, weil gattungstypischer Gesten  zu bedenken, dass eine bestimmte Körperhaltungnicht in allen Situationen  und damit regelhaft einer inneren Befindlichkeit oder Einstellung entspricht. Der Einsatz körpersprachlicher Signale dürfte - entgegen der vereinfachenden Zuordnung von Argyle - auch und auf sehr vielfältige Weise von kulturellen, sozialen und individuellen Situationsfaktoren abhängen. Insofern müssen auch solche intervenierenden Variablen im Rahmen jeder systematisch vollzogenen Kommunikationsanalyse berücksichtigt werden.

 

Zu (2): Körperorientierung

 

Die Haltung bzw. Drehung des Körpers eines Interaktanten zu sei­nem Partner sagt etwas aus über die Einschätzung der sozialen Beziehung und die persönliche Gefühlslage. So kann eine Ablehnung oder Nichtzu­wendung unter Umständen Desinteresse oder Geringschätzung bedeuten. Direkte Zuwendung bedeutet prinzipiell einen größeren Grad der Affiliation (= persönlicher Nähe), doch wird dieser generel­le Befund relativiert durch andere Beobachtungen. Danach lässt eine frontale Körperzuwendung auf Konfrontationsbereitschaft bzw. Konkurrenz schließen (weil in einer derartigen Situation mit der ganzen Breite des Oberkörpers Stärke und Präsenz demonstriert wird). Dagegen zeigen laterale Sitzanordnungen eher Kooperation an;
hier muß die Situationskontrolle nicht so ausgeprägt sein, zudem erlaubt die laterale Position eine größere körperliche Nähe.

Kommunikatives Orientierungsverhalten manifestiert sich ferner in der Weise, wie die Interaktionspartner in einem Gespräch ihre Verbalisierungen situativ einpassen, ihre Redegliederung anzeigen und ihre soziale Kooperation durch kongruente Gesten organisieren - bei­spielsweise durch ein komplementäres Heben und Senken der Arme oder durch gemeinsames Kopfnicken (als Ausdruck des Angebots und der Akzeptanz).

 

Körperliche Orientierungsmuster sind schließlich nicht nur an ein­zelnen Personen, sondern auch gut in Gruppen zu beobachten. So können Körperkonstellationen mehrerer Personen (z.B. in einem geschlossenen Kreis oder durch kollektives Abwenden) gegenüber Dritten deutlich signalisieren, dass diese Gruppe für Außenstehende nicht offen ist.(33)

 

Zu (3) Körperbewegung (vgl. hierzu exemplarisch den Abschnitt über Gestik).

 

 

1.5.1  Verhalten im Raum

 

Neben der Körpersprache im engeren Sinne kommt auch der Kör­perbewegung in Bezug auf den sozialen und physischen Raum kom­munikative Bedeutung zu. Hierzu einige Anmerkungen und Befunde in Stichworten. Räumliches Körperverhalten kann - neben der bereits erwähnten Körperorientierung - anhand von drei weiteren Aspekten beschrieben werden: im Hinblick auf Nähe- und Distanzverhalten, auf die Bewegung im Raum und auf das Territorialverhalten.

-   Nähe und Distanz, zwischen den Interaktanten signalisiert die Formalität eines Kontakts
     oder eine hierarchische Differenz, ebenso das Maß der Antipathie oder Sympathie der
     Personen untereinander, wobei hier kulturelle Muster eine große Rolle spielen;

-   Bewegung im Raum kann Ausdruck persönlicher Befindlichkeit sein (Nervosität), ein
     Korrektur- oder Ausgleichsverhalten zur Wiederherstellung von Distanz anzeigen, es kann
     Anfang und Ende einer Konversation markieren oder - was sehr häufig ist - die Rede      
     begleiten bzw. eine Art rhetorischer Stimulanz sein (durch Erhöhun g der Dynamik, durch
     Erhalt der Höreraufmerksamkeit o.a.).

  Territorialverhalteh bedeutet die Einnahe oder Verteidigung eines bevorzugten bzw.
     beansprichten Raumes, wobei es sich hier um Statusdemonstration handeln kann (z.B.die
     Besetzung des Kopfendes am Tisch), um ein Ritual (Entgegenkommen bei einer
     Begrüßung) um individuelle Sicherheits- oder Dominanzbedürfnisse.

 

 

 

Anmerkungen

 

1)  Hiervon ist die Rhetorik teilweise auszunehmen, insofern sie sich mit bewusster Körpersprache, besonders mit Gestik, ausführlich befasst. Seit Mitte der 80er Jahre nimmt allerdings die Zahl der Publikationen zum Themenkreis „Nonverbale Kommunikation" zu.

2)  Seiler, "William J., Introduction to Speech commumcation, Glenview, 111. 1987, S.77.

3)  Ebenda

4)  Auf den tierischen Ursprung der Körpersprache verweisen alle einschlägigen Untersuchungen, darunter speziell der verhaltens­biologische Ansatz von Eibl-Eibesfeldt, Irenäus, Die Biologie des menschlichen Verhaltens: Grundriss der Humanethologie, Mün­chen 1984, aber auch Watzlawick/Beavin/Jackson, Menschliche Kommunikation, Bern u.a. 1974, S.62f. und Müller, Cornelia, Gestik in Kommunikation, Diss. Berlin 1996, S. 67ff. Zur Affekt­dämpfung und Körperkontrolle vgl. Elias, Norbert, Über den Prozess der Zivilisation, 2 Bde., Frankfurt 1976

5)  Ungeachtet dessen überwiegt die Bezeichnung 'Körpersprache' in vielen Publikationen dann, wenn vorwiegend sichtbare Körperbe­wegungen, also keine reinen Stimmphänomene abgehandelt wer­den.

6)  Argyle, Michael, Körpersprache und Kommunikation, Paderborn, 5. Auflage 1989, S.147ff.

7)  Werden vokale und kinetische Zeichen zeitlich und funktional auf­einander bezogen, so können wir von körpersprachlicher Synchro­nisation reden.

8)  Prosodisch = die melodische Stimmführung betreffend. Zur Prosodie, mit der sprachliche Bedeutungen gekennzeichnet werden können, gehören insbesondere die zeitliche Abstimmung (Rhyth­mus, Redepausen), die Tonhöhe und Lautstärke; vgl. Argyle, a.a.O., S. 151

9)  Diese Differenzierung in sprachzugehörige und nicht-sprachliche Ausdrucksformen ist allerdings nicht verbindlich. In der Linguistik werden häufig beide unter dem Begriff der Prosodie subsumiert.

10)  Siehe dazu: Bergmann, R., Schweigephasen im Gespräch. In:

Soeffner, H.G. (Hg.), Beiträge zur empirischen Sprachsoziologie, Tübingen 1982; Reck, Siegfried, Schlüsselbegriffe der Kommuni­kationsanalyse, Weinheim 1996

11)  Kinesik = Bewegungslehre
12)  Vgl. Helfrich, H. und Walbott, Harald G., Theorie der nonverbalen Kommunikation, in: Lexikon der Germanistischen Linguistik Bd. 2, 2. Aufl., Tübingen 1980, S.267-275

13)  William Seiler führt verschiedene 'Wirkungen von körperlichen Merkmalen an (z.B. soziale Geltung), unterscheidet sie aber nicht kategorisch von anderen Körperzeichen (a.a.O., S.80 ff.)

14)  Diese begriffliche Unterscheidung stammt von Ekman und Frie­sen "Wallace, The repertoirc of nonverbal behavior: Cätegories, ori-gins, usage and coding. In: Semiotica 1,1969, S.49-98, wird von die­sen aber anders verwendet.

15)  Vgl. auch Kap. 3.4 zur Zeichentypologie

16)  Vgl. hierzu Argyle, Michael, Körpersprache und Kommunikation, Paderbom, 5. Auflage 1989, S.57f. und Kap. 8, 147ff.

17)  Ebenda, S. 201

18)  Vgl. Ekman, Paul, Gesichtsausdruck und Gefühl, Paderbom 1988

19)  Habitualisierung = langfristige Angewöhnung (Einübung), Verstetigung

20)  Argyle, a.a.O., S. 202f.

21)  Siehe dazu die Bemerkungen zur Inkongruenz in Kapitel 8.4

22)  Argyle, M., a.a.O., S. 234

23)  Dazu: Exline, R. V, Explorations in the Process of person reception, in: Journal of Personality 32 (1963), S. 1-20

24)  Ich greife hierbei hauptsächlich auf die geläufigen Gestik-Typolo­gien von Efron, David, Gesture, race, and culture, The Hague 1972 sowie von Ekman, Paul und Friesen, Wallace, a.a.O. und deren kri­tische Würdigung bei Cornelia Müller, a.a.O., 1996 zurück.

25)  Ideographisch == Gedanken darstellend

26)  Ekman/Friesen fassen bildhafte, räumlich-deskriptive und redeak­zentuierende Gesten in dem Begriff „Illustratoren" zusammen.

27)  Vgl. Efron 1972; Ekman und Friesen verwenden allerdings den Emblembegriff auf andere Weise.

28)  Atavistisch = stammesgeschichtlich angelegt

29)  Scherer, Klaus R/Walbott, Harald G. (Hrsg.), Nonverbale Kom­munikation: Forschungsberichte zum Interaktionsverhalten, 2. Aufl. Weinheim/Basel 1984, S. 146.

30)  Ebenda.

31)  Argyle, a.a.O., S.263

32)  Ebenda, S. 258ff. und Mehrabian, Albert/Friar, John, T., Die Über­mittlung von Einstellungen durch Körperhaltung und Körperori­entierung, in: Scherer/Wallbott (1984), S. 176-186

33)  Zu den beiden letztgenannten Punkten vgl. Scheflen, Alber E., Die Bedeutung der Körperhaltung in Kommunikationssystemen, in:
Auwärter, M./ Kirsch, E./Schröter, M., Seminar: Kommunikation, Interaktion, Identität, Frankfurt 1976, S. 221-253

 

 

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© André Lundt