Teil  1:          Elemente der Rhetorik

 

 

Was ist und was leistet Rhetorik?

 

Wir verstehen unter der Redekunst eine auf die Kenntnis der Regeln gegründete Fertigkeit, wohl zu reden, das ist, durch seine Reden die Zuhörer zu überzeugen, sich ihrer Affekte zu bemeistern und sie zu dem Zweck zu lenken, den man sich gesetzt hat.“

 

(Christoph Martin Wieland)

 

 Wenn ich in alltäglichen Unterhaltungen, aber selbst am Beginn von rhetorischen Übungsseminaren den Begriff ‘Rhetorik’ verwende, treffe ich häufig zwei typische Reaktionen an: „Das ist ja altmodische Redeschulung und paßt eigentlich nicht mehr in die moderne Zeit“, mutmaßen Skeptiker. Und andere meinen: „Sicher ist Rhetorik schon irgendwie effektvoll, aber letztlich geht es den Schönrednern doch nur um Redekunststückchen oder darum, ihre Zuhörer verbal einzuwickeln!“

 

 Zwar werden beide Vorurteile von einseitig vorgestellter Rhetorik in Theorie und Praxis bedient, doch zeigt ein Blick in gegenwärtige Ratgeber zur Kommunikation oder in die Programme einschlägiger Weiterbildungsseminare, daß Rhetorik nach wie vor Aktualität und Faszination nichts eingebüßt hat. Wie sollte sie auch? Die Rahmenbedingungen rhetorischer Sprachgestaltung haben sich zwar, was kulturelle Muster und Kommunikationsstandards betrifft, weiterentwickelt und verändert, die kommunikative Grundkonstellation hat sich jedoch im wesentlichen erhalten: Nach wie vor geht es bei formalen wie informellen Redeanlässen darum, die unterschiedlichen Mittel der sprachlichen Gestaltung so zu wählen, daß die Redeabsicht im Hinblick auf Inhaltsdarstellung und Hörerwirkung optimal umgesetzt wird.

 

 

Historischer Rückblick

 

 Nahezu alle bekannten Grundregeln wirksamer Rhetorik stammen aus der Zeit der antiken Redekunst, die sich seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und später im römischen Reich zur Kunstform entwickelt hat.1 Zu den berühmten Vertretern der griechischen Schule werden unter anderen Aristoteles, Isokrates, Demosthenes und Theophrast gerechnet, auf Seite der römischen Republik Cicero und Quintilian. Rhetorik wurde in der antiken Ära keineswegs nur als Zeichen der Gelehrigkeit und Kultiviertheit betrachtet, sondern weitergehend als Ausdruck der politischen und philosophischen Kompetenz. Rhetorik als eine der sieben freien Künste war fest verbunden mit der Idee der frühdemokratischen Willensbildung und der Einflußnahme auf politisches Handeln. Erst mit dem Untergang der republikanischen Regierungsformen in den attischen2 Stadtstaaten des antiken Griechenland wie im römischen Reich verlor die Rhetorik ihre zentrale Rolle und beschränkte sich häufig „auf akademische Übungen und theatralische Deklamationen“.3

 

 Die Geschichte der Rhetorik liefert uns damit auch eine Erklärung für das Doppelgesicht dieser Disziplin, die bis heute - wie einleitend gezeigt - in dem eigentümlichen Ruf steht, einerseits zwingende Kraft zu entfalten4 und Handeln nachhaltig zu beeinflussen, andererseits spielerische Satzbaukunst und Schönrednerei zu sein.

 

 

Das Rhetorikverständnis der Gegenwart

 

 Für die Gegenwart ist kennzeichnend, daß die Disziplin ‘Rhetorik’ außerhalb eines kleinen akademischen Bereichs ihre Eigenständigkeit als Kunstform oder Fach weitgehend verloren hat, dafür aber unter wechselndem Etikett zu neuen Ehren gelangt. Zwar können die alten Redemuster und der antike Regelkanon heute nicht mehr in Reinform übernommen werden, doch zeigt sich, daß unter so zeitgemäßen Titeln wie „Modernes Rede- oder Kommunikationstraining“ oder „Das erfolgreiche Gespräch“ ein Großteil der traditionellen Grundsätze der Redegestaltung wiederaufgelegt werden.

 

In der modernen Rhetorik und professionellen Kommunikationsschulung können wir beispielhaft folgende neue Tendenzen feststellen:

  • einen zeitgemäßen Bezug auf Redekonstellationen und Redetypen wie die Verhandlung, die Präsentation, das Verkaufsgespräch, das Statement u.a.m.

  • demzufolge eine auffällige Orientierung an den Aufgaben und Zielsetzungen der Marketingkommunikation und an werbesprachlichen Techniken

  • eine starke Betonung der Selbstrepräsentation, d.h. die Hervorhebung individueller Wissens- und Darstellungskompetenzen sowie persönlicher Gewandtheit bzw. Kontaktfähigkeit. Hier wirkt sich der wachsende Druck aus auf den Erwerb von Fähigkeiten zur Selbstinszenierung („impression management“ ), die gerade unter den Bedingungen eines extrem hohen Konkurrenzdrucks auf einem engen Arbeitsmarkt zunimmt

  • eine in der Tendenz geringere Berücksichtigung „klassischer“ bzw. relativ festgelegter Redefiguren und Stilelemente; statt dessen stärkere Beachtung der Redeökonomie sowie der Behaltensorientierung durch Strukturierungstechnik

  • die Zunahme der psychologischen Sichtweise und Situationsanalyse; d.h. eine bewußte Berücksichtigung der (tiefen)psychologischen Wirkfaktoren und Steuerungsmöglichkeiten

  • eine differenzierte Publikumsansprache auf der Grundlage von Rollen- und Typuskenntnissen

  • einen bewußteren Umgang mit Medien zur Unterstützung der verbalen Präsentation und

  • ein kalkulierter Einsatz differenzierter körpersprachlicher Mittel.

 

Rhetorik ist, wenn Sie sich die Bedeutung guten Redevermögens für das betriebliche Management oder speziell für Öffentlichkeitsarbeit ansehen, also eher „in“ statt „out“. Der folgende Beispielkatalog kann zeigen, welche Erwartungen und Ziele mit einer modernen Redeschulung verbunden werden.

 

Im Rahmen beruflicher Kommunikation können rhetorische Fähigkeiten dazu beitragen:

  • sich selbst hinsichtlich der persönlichen Wirkung gut/besser zur Geltung zu bringen und Akzeptanz zu gewinnen

  • Sachverhalte verständlicher und wirkungsvoller auszudrücken

  • einen Redebeitrag optimal zu strukturieren

  • eine überzeugende, weil plausible und logisch schlüssige Argumentation zu entwickeln

  • seine stimmlichen Fähigkeiten zu trainieren oder besser zu nutzen

  • die soziale Kontaktaufnahme in Redesituationen zu gestalten und somit Beziehungen positiv zu steuern

  • in Gruppengesprächen oder im Dialog konstruktive bzw. taktisch erfolgreiche Beiträge zu leisten

  • die eigene Meinung geschickter zu formulieren und durchzusetzen

  • eventuell Stresssituationen und Konflikte erfolgreich „auszusteuern“

  • Präsentationen und Moderationen besser zu beherrschen

 

 

Funktionen und Elemente der rhetorischen Sprachgebrauchs

 

Rhetorische Grundfunktionen

 

Seit der aristotelischen Redekunstlehre sind immer wieder die Grundfunktionen in abgewandelter Form aufgeführt worden.5 Sie decken sich aus naheliegenden Gründen weitgehend mit den uns geläufigen Kommunikationsfunktionen. Im rhetorischen Bezugsrahmen jedoch werden die Redefunktionen eher systematisch abgehandelt und praktisch mit bestimmten Redetechniken und -figuren in Verbindung gesetzt. Gerade der mehr oder weniger starke Regelbezug der Rhetorik hat ihren Ruf als normative bzw. „vorschreibende“ Disziplin eingebracht.

Die vier geläufigsten Grundfunktionen sind:

 

Information:

Wirkungsvolles Reden zielt auf eine klare Vermittlung des Redeinhalts, d.h. auf Verständlichkeit und Übersichtlichkeit, damit der Zuhörer Wahrnehmungs- und Interpretationshindernisse überwinden, die Botschaft behalten und verarbeiten kann

 

Überzeugung:

In vielen Darstellungszusammenhängen legen Sprecher Wert auf den Beweisgehalt ihrer Rede; mit überzeugender Argumentation wollen sie das Wissen oder die Einstellungen ihrer Zuhörer verändern

 

Affektive Beeinflussung:

Unabhängig von der argumentativen Überzeugungskraft der Rede stellt sich rhetorische Wirkung auch durch emotionale Ansprache ein. Die auf konkrete Wirkungsziele ausgerichtete agitierende Rede wie auch die bewegend-leidenschaftliche Ansprache will ihre Zuhörer in einen Erregungszustand versetzen, um sie zu einem Anschlußverhalten zu bewegen oder in ihnen eine bestimmte Gefühlslage wachzurufen.

 

Unterhaltung:

Absicht einer Rede kann es schließlich sein, Aufnahmefähigkeit, Wohlwollen oder Heiterkeit im Auditorium zu wecken; die Wohlgestimmtheit der Zuhörerschaft kann Selbstzweck sein, andererseits aber auch dazu dienen, die Akzeptanz der Botschaft zu erleichtern.

In konkreten Redesituationen werden - je nach Zweck und Gattung - häufig eine oder zwei dieser Funktionen überwiegen, doch haben wir es in den meisten Fällen mit einer charakteristischen Mischung zu tun.

 

Dazu ein paar Beispiele:

In einem Fachvortrag ebenso wie in einer (organisationsinternen) Konzeptpräsentation überwiegt in aller Regel die Informations- und Überzeugungsfunktion, denn hier steht die Absicht im Vordergrund, mithilfe von „Verständlichkeitsmachern“6 einen Sachverhalt nachvollziehbar darzustellen und mit überzeugenden Argumenten einen Standpunkt zu vertreten.

 

In Diskussionen und Verhandlungen kann - bei einheitlichem Wissensstand der Teilnehmer - der Informationsaspekt etwas in den Hintergrund treten. Wiederum werden die argumentativen Redeanteile - mit Betonung der Argumentationsstruktur und des Argumentationsmodus - dominieren; allerdings ist bei diesen Kommunikationsverfahren darüber hinaus oft mit einer starken strategischen Komponente zu rechnen, wodurch die affektive Beeinflussung an Bedeutung gewinnt. Insbesondere bei Verhandlungen gibt es zahlreiche Regeln für den Einsatz emotionaler Wirkmittel - denken Sie nur an gezielte Schmeicheleien, an Demonstrationen von Macht und Entschlossenheit oder an das Zur-Schau-Stellen von Betroffenheit.

 

Persuasive7 und affektorientierte Redestrategien zeichnen vor allem die politische oder öffentlichkeitswirksame Rede aus. Ziel der agitatorischen oder demagogischen Rede ist es gerade, durch pathetische Beschwörungen, Bedrohungsszenarien oder emotionale Appelle an das Wir-Gefühl eine rationale Verarbeitung der Botschaft zu hemmen und aus der erzeugten Affektladung praktischen Nutzen zu ziehen.

 

Die Unterhaltungsfunktion der Rede manifestiert sich insbesondere in Fest- und Gelegenheitsansprachen8, tritt aber typischerweise auch in bestimmten Phasen von sachlichen Reden auf - dort beispielsweise im Einleitungs- oder Schlußteil, um sich die Zustimmung und Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern.

 

 

Wirkungselemente des Redens

 

Sie alle haben sich gewiß schon in Situationen erleben können, in denen Sie sich selbst oder einen Sachverhalt mehr oder weniger förmlich darstellen mußten. Auch der ungeschulte Redner9 merkt schnell, daß solche Situationen einer Jongleurnummer gleichen, wenn es darum geht, mehrere „Spielkomponenten“ zur gleichen Zeit in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich erwarten Sie dann von sich - oder andere von Ihnen -, daß Ihre Stimme nicht zittert, daß Sie Ihre Hände und Arme nicht verlegen verknoten, daß sie Ihren roten Faden beibehalten und schließlich auch noch entspannt oder amüsant erscheinen. Wer öffentlich redet, hat also viel zu bedenken. Beiläufig oder bewußt erworbene Routine kann helfen, öffentliche Redesituationen zu meistern; sie garantiert allerdings keineswegs immer den optimalen Auftritt, sondern kann auch kontraproduktiv wirken.

 

Gutes Reden resultiert also aus einer Vielfalt von Einzelelementen, die in das Redeverhalten eingehen und in ihrer Kombinatorik positive Effekte erzielen können. Das bedeutet aber andererseits: die rhetorischen Wirkungskomponenten dürfen im Redevollzug nicht isoliert „vorgeführt“ werden, wenn die persönliche Präsentation nicht uneinheitlich und unnatürlich erscheinen soll.

 

Lediglich zum Zweck eines vereinfachten Verständnisses und der leichteren Analysierbarkeit möchten wir Ihnen die wichtigsten Elemente hier seriell aufgelistet vorstellen.

 

 

Rhetorik als Sprechtechnik

 

Die einfache Aufgabe, etwas laut und gut artikuliert auszusprechen, erweist sich nur zu häufig als Dauerproblem, denn Redeangst oder erworbene, negativ bewertete Aussprachemuster10 sind nur mit Geduld und Übung zu überwinden.

 

Die Sprecherziehung innerhalb der Rhetorik11 widmet sich vor allem den Phänomenen und Techniken der Artikulation und der Stimmführung.

 

Die Artikulation (Lauterzeugung) hängt entscheidend von den anatomischen Voraussetzungen (in Rachen und Kiefer), aber auch von den „Eingaben“ im Verlauf des Spracherwerbs ab, der darüber entscheidet, wie Laute realisiert und welche Lautkombinationen eingeübt werden.

 

Konkret können Artikulations- und Verstehensprobleme bei strukturell unreiner Lautung von Konsonanten und Vokalen auftreten oder bei mangelnder Sprech-sorgfalt oder Konzentration, die sich in Form von undeutlicher Lauttrennung und zu geringer Mundöffnung zeigen können.

Korrekturen der Artikulationsweise sind entweder aufgrund disziplinierter Selbstbeobachtung zu leisten oder - wie uns die Logopädie eindrucksvoll zeigt - durch nachträgliche Schulung (nach dem primären Spracherwerb) möglich, erfordern dann allerdings einen größeren Aufwand.

Etwas leichter zu beeinflussen, aber keineswegs ohne Tücken ist die Stimmführung während der Rede. Auch hier wirken sich häufig alltägliche Nachlässigkeiten in der Aussprache aus. Die einzelnen Elemente der Stimmführung sind:

 

  • Die Klangfarbe; hierunter versteht man die individuelle und nicht veränderbare Klangform der Stimme, die von verschiedenen Faktoren wie Artikulationsapparat, Resonanz u.a. abhängt

  • Tonhöhe (in Mittellage) und Sprechintensität (Akzentuierung)

  • die Intonation (Sprechmelodie)

  • Geschwindigkeit und Rhythmus

  • Atmung und Lautbehauchung sowie

  • den Einsatz von Sprechpausen

Sie können mit Blick auf Ihre Selbsterfahrung leicht erkennen, welchen Einfluß die genannten Faktoren auf die Verständlichkeit, die Dramatik, aber auch die Sympathiewirkung der Rede hat.

 

 

Körpersprache

 

Der verbale Ausdruck macht nun allerdings nur ein Teil der rhetorischen Gesamtwirkung aus; aus Ergebnissen der Kommunikationsforschung wissen wir, daß das Gesamtverständnis, d.h. das Verstehen der Botschaft wie das der Gesamtperson, ganz entscheidend mitgeprägt wird von den willkürlichen wie unwillkürlichen nonverbalen Zeichen (bzw. Signalen) eines Redners. Die Bewertung der Glaubwürdigkeit des Gesagten hängt sogar in erster Linie von körpersprachlichen Signalen ab, da diese langfristig nicht - wie Wörter und Sätze - täuschen können.

 

Bei der Analyse der Körpersprache unterscheiden wir verschiedene Signalbereiche: die Blickzone, den Gesichtsausdruck (Mimik), die Gestik und die Körperhaltung, die alle etwas über unsere innere Stimmungslage, unsere Sicherheit und unser Temperament verraten.

 

 

Der Blickkontakt

 

Jeder von uns weiß, wie irritierend es wirkt, wenn im ein Sprecher im Dialog oder vor einem größeren Auditorium den Blick dauernd gesenkt hält, ihn notorisch an die Decke richtet oder ihn ziellos herumirren läßt. Die Augen bzw. der Blickkontakt sind das intensivste Bindeglied zum Gesprächspartner; sie sind gewissermaßen das soziale Organ schlechthin. Daher gilt: Wenden Sie sich im Vortrag, im Interview oder in Gruppengesprächen immer wieder einzelnen Personen mit offenem Blick zu, aber fixieren Sie Ihr Gegenüber nicht starr. Auf diese Weise signalisieren Sie Teilnehmerbezug, Offenheit und Interesse; gleichzeitig haben Sie so die Möglichkeit, sich Ihrer eigenen Wirkung auf die Zuhörer bewußt zu werden und - etwa bei zweifelndem oder angestrengtem Gesichtsausdruck - mit entsprechenden Mitteln gegenzusteuern. Darüber hinaus kann Ihnen der Blickkontakt zu vertrauten Personen selbst Sicherheit verleihen und ihr Sprachverhalten derart stabilisieren.

 

 

Gestik

 

Während der Blick den Sozialkontakt steuert, hat die bewußte Gestik vor allem die Funktion, ihre Rede veranschaulichend zu begleiten und auf verschiedene Weise den Zuhörer zu lenken.

die wichtigsten „Aufgaben der Sprechhand“ sind:

  • sie ist Brücke zum Hörer,

  • sie ist Blitzableiter für Ihre inneren Spannungen ...

  • sie rhythmisiert, unterstreicht und begleitet Ihre Sprache

  • sie spricht selbst, verbildlicht, verdeutlicht“12 (D.h. Sie können mithilfe Ihrer Hände Formen und Bewegungsabläufe illustrieren)

Und um noch einen weiteren Aspekt zu nennen: die Sprechhand oder der Zeigefinger kann Zeigegesten vollziehen - nicht nur zur Verdeutlichung, sondern zur gestischen Fixierung oder „Bedrohung“ eines Hörers oder - wie bei der Selbstpräsentation von Politikern - zum Ausdruck von Autorität und Kompetenz (Erinnern Sie sich an den Kanzlerfinger?).

 

Wohin mit den Händen beim Reden?  Eine Checkliste

  • Versuchen Sie, sich Ihre Gesten bewußt zu machen und sie so gut wie möglich bewußt zu steuern
  • Vermeiden Sie automatische oder fahrige Erregungsgesten, die von Ihrem Redeinhalt ablenken und Unsicherheit signalisieren können
  • Verschränken Sie im Stand Ihre Hände nicht hinter dem Rücken. Auch die Hosentaschen oder der Gürtel sind keine geeigneten Haltepunkte für die Hände.
    In der Grundhaltung ist es günstig, die Hände angewinkelt in Taillenhöhe zu halten; sie wirken dann ausgeglichen und können von dort aus leicht „ins Spiel gebracht“ werden. Die Hände in Aktion (mit Zeigestab oder bei illustrierenden Gesten) wirken verlebendigend, solange die Bewegungen zielgerichtet eingesetzt sind
  • Auch Gestik kann dramaturgisch eingesetzt werden: Schaffen Sie deshalb gelegentliche mit Armen und Händen Akzente und Höhepunkte, aber kommen Sie zwischenzeitlich immer wieder in eine Ruhelage zurück.

 

 

Mimik

 

Die Mimik gibt in der Regel untrüglichen Aufschluß über die Befindlichkeit von Rednern und Zuhörern. Da der Gesichtsausdruck nur bedingt kontrollierbar und gattungsspezifisch universell festgelegt ist, „verraten“ wir uns - vor allem in Spannungssituationen - sehr schnell. Die unten gezeigten typischen Gesichsausdrücke lassen wenig Zweifel an der dahinter stehenden Gefühlslage.

Trotz meist unvermeidlicher mimischer Eigendynamik kann der Gesichtsausdruck in gewissem Rahmen produziert werden. Weitgehend konventionelle Stimmungskundgaben wie Zweifel, Nachdenklichkeit, Überraschung oder Unmut lassen sich taktisch oder karikierend einsetzen, um bestimmte Hörereffekte zu erzielen. Nicht immer ist solche Schauspielerei wünschenswert, aber sie gehört eben in das Repertoire vieler Rhetoren. Wenn Sie wissen wollen, welche Mimik für Sie charakteristisch ist, dann fragen Sie einmal engere Bekannte danach. Besser noch - und ziemlich heilsam - kann es sein, sich in einer Videoaufzeichnung daraufhin genau zu beobachten.

Nicht zu vernachlässigen ist im übrigen der rezeptiv-analytische Prozeß in der Mimikbeobachtung: Insbesondere in Zweier- oder Gruppengesprächen empfiehlt es sich, in wichtigen Phasen die Mimik seiner Partner auf Feedback-Signale hin genauer auszuwerten.

 

 

Körperhaltung

 

Wir „sprechen“ nicht nur mit einzelnen Körperteilen; auch der Körper als Gesamtheit hat Ausdrucksqualität! Schauen Sie sich einmal Personen - ob redend oder nicht - in verschiedenen Situationen auf ihre Körperhaltung hin an und deuten Sie die kinesischen13 Signale. Wie schätzen Sie eine Person ein, die

  • sich mit vor der Brust verschränkten Armen über den Tisch beugt

  • die bei entspannter Beinhaltung und zurückgelehntem Oberkörper das Kinn leicht gehoben hält und die Arme auf den Stuhllehnen ausruht

  • die die Hände auf die Knie aufstützt und sich dabei mit nach vorne geneigtem straffen Oberkörper angespannt ihrem Gesprächspartner zuwendet

  • die bei einem im Stehen gehaltenen Vortrag die Hände gerade nach unten an der Rock- oder Hosennaht hält und dabei keinen Schritt nach vorn oder seitwärts macht?

Das Erstaunliche bei solchen spielerischen Überlegungen ist immer wieder, daß wir jedes einzelne körpersprachliche Signal auch an uns selbst recht gut zu deuten wissen, daß aber unter dem aktuellen Verhaltensdruck in Redesituationen dieses Bewußtsein schnell wieder schwinden kann und so unerwünschten Routinen neu zum Zuge kommen läßt.

 

 

Sprachliche Mittel der Redegestaltung

 

Mit der Betrachtung sprachlicher Mittel der Redegestaltung im engeren Sinne geraten wir in den Übergangsbereich von Rhetorik und Stilistik. Daher wird im Hinblick auf dieses Wirkungsfeld auch von „rhetorischer Stilistik“ gesprochen wird. Die Unterscheidung ist eher akademischer Art: Während die ältere Rhetorik von der Vortragskunst her kommt, befaßt sich die Stilistik der geschriebenen wie gesprochenen Sprache vor allem mit Fragen stilistischer Formen, d.h. mit den Wirkungen, die sich aus semantischer und syntaktischer Kombinatorik ergeben.

Wir möchten uns hier exemplarisch auf zwei Punkte beschränken: auf einige Grundregeln wirksamer Redegestaltung sowie auf die rhetorischen Stilfiguren.

 

 

Grundregeln der Redegestaltung

 

Aus der Überfülle stilistischer Hinweise möchten wir Ihnen nur eine begrenzte Auswahl nennen, wobei uns die sogenannte KLAVKA-Formel dienlich sein kann. Sie steht für die Gestaltungskriterien der Klarheit, Lebendigkeit, Anschaulichkeit, Verständlichkeit, Knappheit und Angemessenheit.14

 

 

Klarheit

 

Die Redesprache sollte überschaubar, logisch und unmißverständlich sein; Sie können Redeklarheit befördern durch übersichtliche Satzgliederung, durch geläufige Wörter und Beschränkung der nominalen Fügungen, durch die Anwendung folgerichtiger Gedankenschritte und Denkmuster-Kombinationen sowie durch ausreichende Gliederungshilfen (Titel, Abfolgehinweise u.a.).

 

 

Lebendigkeit

 

Abwechslungsreich wird Ihre Rede durch Wechsel des Satzaufbaus (Ausssage-, Frage- und Appellsätze), durch Verwendung sprachlicher Bilder oder origineller Wendungen, durch Handlungsschilderungen (anstelle von Zustandsschilderungen), durch Einschübe und Zitate (direkte Rede) sowie durch persönliche Ansprache.

 

 

Anschaulichkeit

 

können sie erreichen, indem Sie bildkräftige Ausdrücke aus dem persönlichen Erfahrungsbereich der Zuhörer wählen, möglichst viele Konkreta verwenden, Beispiele und Vergleiche heranziehen und Personifizierungen anwenden. Denken Sie auch hier vom leiblichen Erleben her: die Möglichkeit zur inneren Verarbeitung (Freude, Schreck usw.) und zur Unterstützung einer Vorstellung ist häufig wichtiger als eine „objektive“ Beschreibung.

 

 

Verständlichkeit

 

muß als wichtigster Prüfstein gelten. Sie können Sie fördern durch leichtverständlichen Satzbau (keine Bandwurm- und Schachtelsätze), durch treffende und eindeutige Wortwahl, durch Rückbezug auf schon bekannte Tatsachen und Vorgänge und - womöglich und nötig - durch Verständnishilfen in Form von Visualisierungen.

 

‘Verständlichkeit’ hängt eng mit den anderen hier genannten Kriterien zusammen. So führen etwa Langer, Schulz v. Thun und Tausch 15  vier „Verständlich-macher“ an, die zur KLAVKA-Formel in enger beziehung stehen, nämlich1. Einfachheit, 2. Gliederung und Ordnung, 3. Kürze - Prägnanz und 4. anregende Zusätze.

 

 

Knappheit

 

fördert die hörerseitige Informationsaufnahme. Sie erzielen Knappheit durch kurze Sätze, Verzicht auf Wiederholungen, Umschreibungen und Flickwörter, durch Weglassen von Nebensächlichem und konsequentes Verfolgen des „roten Fadens“. Achten Sie aber darauf, des Guten nicht zuviel zu tun. Ein Übermaß an Knappheit, z.B. völliger Verzicht auf Redundanz (Informationsverdopplung) kann die Verständlichkeit einer Rede mindern.

 

 

Angemessenheit

 

bezieht sich auf den Bezug der Rede auf Anlaß und Zuhörerschaft. Wählen Sie also die Stilebene bzw. Sprachschicht so, daß Ihre Rede bei der Zielgruppe ankommt. Zugleich ist darauf zu achten, daß die Redesituation bzw. der Anlaß und das Thema durch die Wahl des Ausdrucks, die persönliche Anspracheform und die Redegliederung angemessen berücksichtigt werden.

 

 

Rhetorische Figuren

 

Rhetorische Figuren sind die Schmuckmittel der Rede. Kaum eine Sprachverwendung - im Alltag oder im Beruf - kommt ganz ohne diese sprachlichen Wirkmittel aus, doch werden in der gestalteten oder literarischen Rede rhetorische Figuren meistens geplant und kunstvoll eingesetzt.

 

 

Schauen wir uns die gebräuchlichsten Redefiguren anhand von Beispielen einmal an:16

 

Metapher = bildlicher Ausdruck für einen Gegenstand; Übertragung aus einem Bedeutungsbereich in einen anderen)

 

„Er ist ein Fuchs!“ „Die Glut in ihm war vergangen“

 

Häufig werden unbewußt sogenannte verblaßte Metaphern gebraucht, deren Wirkung dann sehr gering oder unmerklich ist:

 

die Spitze des Eisbergs“ oder „rumhängen wie ein nasser Sack“.

 

Das Wortspiel

 

erst verließ ihn seine Familie, dann sein Verstand“

 

besser arbeitslose Heere als Arbeitslosenheere“

 

eiliger Vater“ statt Heiliger Vater

 

Ironie

 

Der Rhein ist völlig sauber! - Er wird doch jedes Jahr chemisch gereinigt...

 

Beschönigung (Euphemismus)17

 

1 Die Fachwörter setzen wir in Klammern, da sie in der Literatursprache geläufiger sind als die Übersetzungen

 

„Wir konnten unser Betriebsergebnis nach Freisetzung von 75 Mitarbeitern wieder steigern

 

Zweitfrisur“ statt Perücke

 

 

Personifikation

„Das Glück läuft hinterher“

 

„Gelassen stieg die Nacht ans Land“

 

 

Übertreibung (Hyperbel)

Der Bus war brechend voll

 

es ging zu wie in einem Ameisenhaufen

 

Untertreibung (Meiosis)

Sie sind gestern über den großen Teich gefahren“

 

 

Ellipse (Weglassung; unvollständiger Satzbau)

 

Alle zwei Minuten. Irgendwo auf der Welt. Lufthansa.

 

 

Verneinung des Gegenteils / Übertreibung ins Negative (Litotes)

 

Er war nicht gerade einer der Tapfersten“

 

 

Ersetzung des eigentlichen Wortes durch ein verwandtes anderes (Metonymie oder Synekdoche)

 

„sie las im Schiller“ (anstatt: sie las in Don Carlos von Schiller)

 

Bonn befürchtet eine Verschlechterung der Beziehungen...“

 

 

Einfache Wiederholung

 

Wir haben dazu nein gesagt, wir sagen jetzt nein dazu und werden auch in Zukunft nein sagen!“

 

 

Anhäufung (Akkumulation)

 

Wir müssen Entschlossenheit zeigen, Stärke und Zuversicht“

 

 

Begriffszerlegung (Diärese)

 

Durch die Mauer werden Familien getrennt: der Mann von der Frau, der Bruder von der Schwester...“ (J.F. Kennedy)

 

Raffung

 

Die Flasche rollte, fiel, zerschlug und lief aus“

 

Das Flugzeug rollte an, hob ab, gewann an Höhe und verschwand“

 

 

Wiederaufnahme des Satzanfangs (Anapher)

 

Es ist unvermeidlich, daß wir diese Belastung auf uns nehmen; es ist unvermeidlich, sich der Herausforderung zu stellen

 

 

Wiederaufnahme des vorangegangenen Satzendes zu Anfang des Folgesatzes (Anadiplose)

 

Bei ihrer Begrüßung überreichten sie Blumen. Blumen schmückten auch die Empfangsräume...“

 

 

Chiasmus (Symmetrische Überkreuzstellung einander entsprechender Satzglieder)

 

Die Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben“

 

 

Widerspruch im Gesagten (Contradictio oder Oxymeron)

 

Es herrschte beredtes Schweigen

 

 

Rhetorische Frage (Eine Frage in der Rede, die nicht beantwortet werden muß)

 

Wollen Sie das dem Zufall überlassen“?

 

Wo steht denn geschrieben, daß wir unbedingt eine Punktlandung brauchen????“

 

 

Parallelismus (Aneinanderreihung zweier gleichgestalteter Sätze oder Satzteile)

 

Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehen. Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.“

(Kurt Tucholsky)

 

 

Correctio (absichtlich vorgenommmene (Selbst-) Verbesserung, um einen Ausdruck hervorzuheben)

 

Wir haben Sie in der Sicherheitsdebatte immer wieder davor gewarnt, nein - wir haben Sie sogar beschworen, ...“

 

 

Antithese (Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Begriffe oder Aussagen)

 

Vor zwanzig Jahren noch erlebten wir einen blühenden Aufschwung; heute jedoch befinden wir uns in einer tiefen Krise

 

Mit heißem Herzen und kühlem Kopf wollen wir an die großen Probleme dieses Zeitabschnitts des Krieges herantreten“ (Joseph Goebbels, Sportpalastrede)

 

 

Paradox (unerwartete Formulierung, die auf der Unvereinbarkeit von zwei Aussagen oder Begriffen beruht)

 

Nichts dauert solange wie ein Provisorium“

 

 

Klimax / Antiklimax (Steigerung / Abschwächung)

 

Uns geht es nicht nur gut, sondern sehr gut, um nicht zu sagen hervorragend“ (Klimax)

 

Bei uns gibt es Großzügige, Sparsame und - Schwaben“ (Antiklimax)

 

 

 

Prinzipien der Redeplanung und des Redeaufbaus

 

Überzeugende rhetorische Wirkung beruht nun nur zum Teil auf einer gute Vortragsweise und auf geschickt gewählten Stilmitteln; nicht weniger wichtig - gerade bei längeren Redeformen - ist eine den Hörer unterstützende, aber auch zum „Dabeibleiben“ motivierende klare Text- und Denkstruktur. Der Redeinhalt muß deshalb planvoll erarbeitet werden und in einer ebenso übersichtlichen wie stimulierenden Anordnung nach logischen und effektorientierten Gesichtspunkten strukturiert werden.

 

Bevor Sie allerdings mit der Redegliederung selbst beginnen, sollten Sie noch einen hilfreichen Arbeitsschritt vorschalten. Da nur wenige Redner über die Gabe verfügen, wirkungsvoll aus dem Stegreif zu reden, ohne einmal den Faden zu verlieren oder wichtige Inhaltsaspekte zu übersehen bzw. zu verkürzen, ist es empfehlenswert, die Rede in Hinblick auf ihre verschiedenen Wirkungselemente vorzubereiten. Dazu einige Hinweise:

 

 

Checkliste für eine Redevorbereitung  -  Stoffsammlung:

  • Legen Sie am Anfang das Thema und einen Arbeitstitel der Rede zurecht, damit Sie nachher nicht ins Schwimmen geraten
  • Sammeln Sie zu dem gegebenen Thema Fragen, ohne sich dabei zu zensieren; aussortieren können Sie immer noch!
  • Achten Sie in dieser Phase auf Anregungen, die Sie - jenseits von Fachliteratur - in Ihrem Umfeld aufnehmen können. Ganz praktisch: Halten Sie möglichst häufig Papier und Stift bereits, um sich Assoziationen, Stichwörter oder Tips zu notieren
  • Werten Sie aktuelle Zeitungstexte oder andere Texte aus, die Ihnen Möglichkeiten für Bezugnahmen, Anekdoten oder Beispiele liefern können
  • Bereiten Sie sich frühzeitig auf Einwände und andere Standpunkte vor, indem Sie bekannte Personen auf dieses Thema ansprechen
  • Halten Sie zwischendurch unverbindlich mögliche Gedankenkombinationen und Gliederungsideen fest, um später mehrere Alternativen gegenwärtig zu haben
  • Falls es aus Gründen der Absicherung und Überzeugungsstärke sinnvoll oder erforderlich erscheint, recherchieren Sie Daten und Fakten.

    Stoffbearbeitung:

     
  • Nach Abschluß der Stoffsammlung: Wählen Sie die besten Ideen aus und werfen Sie Ballast ab
  • Ordnen Sie Ihre Notizen nach Gliederungsgesichtspunkten
  • Definieren Sie Ihre Redeziele, und zwar im Hinblick auf den Inhalt wie auf die erwünschte Wirkung bei den Hörern
  • Wo sollen die Schwerpunkte liegen? Wo kommt es auf Nuancen an?
  • Entwerfen Sie einen vorläufigen Redeplan mit Gliederungsschritten
  • Bestimmen Sie die Wirkmittel Ihrer Rede (Rhetorische Figuren? Statistiken? Visualisierungen? Körpersprache? Argumentation?)
  • Prüfen Sie Redeanfang und -ende auf die rhetorische Wirkung
  • Berücksichtigen Sie die allgemeinen Verständlichkeitsregeln
  • Für den Krisenfall: Was kann zur Not weggelassen werden?
    Was könnte Anstoß erwecken, und wie gehe ich damit um?

    Vorbereitung auf die Redesituation:

     
  • Stellen Sie fest, welche Leute Ihnen (wahrschein-lich) mehrheitlich gegenübersitzen (Kompetenzen, Interessen) und was die von Ihnen erwarten werden oder könnten
  • Wie ist die Meinungsverteilung in der Zuhörerschaft, und welche Konsequenzen hat das für sie?
  • Ermitteln Sie die zeitlichen und räumlichen Vorgaben
  • Vergewissern Sie sich, wie der Rederahmen gestaltet sein wird (förmlich, informell, festlich)
  • Gibt es hinsichtlich der Redesituation eine wichtige „Vorgeschichte“, auf die Bezug zu nehmen ist?Was kann von der Rede abhängen?

 

So vorbereitet kann die Feinarbeit am Redeaufbau beginnen. Grundsätzlich gilt auch für die Redegliederung das Schema des Aufsatzplans: also die Abfolge von Einleitung, differenziertem Hauptteil und Schluß, wobei im Durchschnitt der Einleitungsteil mit 15% der Länge, die Hauptteile mit 75% und der Schluß mit 10% als Orientierungswert veranschlagt wird. Damit ist jedoch nur ein sehr grobes Bauprinzip umrissen.

 

Das ursprüngliche antike Schema der Gliederungsstruktur ist für viele Reden auch heute noch maßgeblich, obwohl es sich etwas einseitig auf die allgemeine Überzeugungs- und Standpunktrede bezieht. Danach werden die folgenden Schritte empfohlen:18

 

1. Exordium = Ziel- und Themenangabe

 

2. Captatio benevolentiae = Versicherung bzw. Eroberung des Hörerwohlwollens (diese Art der Publikumsschmeichelei ist immer noch üblich, gleichwohl vielen verdächtig)

 

3. Prolepsis = Vorwegnahme gegnerischer Einwände (bei einem kritischen Publikum)

 

4. Narratio = Erzählung (Entfaltung einer Geschichte; Schilderung eines Handlungsverlaufs)

 

5. Argumentatio / Confirmation = Bekräftigung, Herausarbeiten des Kernarguments

 

6. Refutatio = Wiederlegung der gegnerischen Einwände

 

7. Conclusio oder Epilogus = Schlußfolgerung oder Abschluß.

 

Es ist jedoch zu fragen, ob ein einzelnes, verallgemeinerndes Schema der Redebauform genügt, um als Richtschnur für die unterschiedlichsten Redeformen und -funktionen zu dienen. Schließlich hängt die Abfolge und Funktionsbestimmung einzelner Redeteile (z.B. Beweisführung, Sachbeschreibung oder Stimulierung) sowie deren Proportionierung sehr weitgehend vom speziellen, d.h. situationsbezogenen Redetypus ab. Reiner Brehler19 berücksichtigt diesen Umstand, wenn er redetypenbezogene Baupläne vorschlägt, d.h. beispielsweise für ein Sachreferat die Schrittfolge:

 

1. Tatsachen, 2. Ursachen/Geschichtlicher Rückblick, 3. Beispiele, 4. Ziel/Ergebnis, 5. Endzweck

 

oder für eine Standpunktrede die Gliederungsteile:

 

1. Thema, 2. Behauptung, 3. Begründung, 4. Beispiele, 5. Schlußfolgerung, 6. Appell an den Zuhörer.

 

Etwas differenzierter als Brehlers Vorschlag ist die Herleitung verschiedener Gliederungsprinzipien bei Rudolf Neumann, der unterschiedliche Redeziele wie etwa Beeinflussung (in Richtung auf Meinungen, Motive, Einstellungen etc.) oder Information/Belehrung mit dafür typischen „Denkmustern“ verknüpft.

 

Die beiden folgenden Abbildungen zeigen zunächst das Grundmuster des schon erwähnten Aufsatzplans für eine informative Rede, sodann das Grundmuster desArgumentblocksfür eine argumentative Überzeugungsrede:

  

 

Grundmuster Aufsatzplan  (Variante 1):

 

 

          Einleitung

 

          Überleitung zum Hauptteil

 

          Hauptteil mit einzelnen Leitgedanken (1,2,3...)

 

          Überleitung zum Schluss

 

          Schluss

 

 

 

 

 Grundmuster Argumentblock 20

 

 

           These (Behauptung)

 

              

 

            Argument(e)

 

               

 

            Beispiele

 

               

 

            Zusammenfassung

 

 

 

  Fey und Fey gehen schließlich noch andeutungsweise auf den Umstand ein, daß im Redeaufbau nicht nur die logisch-kognitive Seite eingeplant sein sollte, sondern auch die affektiv-spielerische. Sie fordern deshalb neben der Berücksichtigung von Sachgründen in der Redegliederung zusätzlich die Berücksichtigung von Gefühlsgründen und kommen daraufhin zum Schema einer „Normalgliederung“, die sie so visualisieren:

 

 Normalgliederung einer Rede nach Fey21

 

 

      1.  Ohrenöffner (Zeigen, Schildern, Gefühl)     

      2.  Sachgrund (Sagen, Folgern)

      3.  Gefühlsgrund (Zeigen, Schildern, Gefühl)

      4.  Zusammenfassung (Sagen, Folgern, sachlich)

      5.  Schlußsatz

      6.  Effekterzielung

 

 

 

 

 Den Autoren geht es bei diesem Vorschlag weiterhin darum, die Wichtigkeit eines „Wechselbades“ bei der Redeaufnahme zu betonen. Der Wechsel des Ansprachemodus wird erzielt durch das bewußte Alternieren von Zeigefunktionen (informativen Hinweisen) und Sagefunktionen (Auswertung und Folgerung) bzw. von gefühlsbezogenen Einstimmungspassagen und sachlichen Erläuterungspasssagen.

 

 

 

Argumentationslehre

 

Im vorangegangenen Kapitel wurde bereits auf die Bedeutung der formalen und inhaltlichen Strukturierung einer Rede hingewiesen. Während nun der Redebauplan die gedankliche Organisation des Gesamttextes sicherstellen soll, hat die Argumentationsplanung vor allem die Aufgabe, einzelne Kernargumente inhaltlich auszuarbeiten, in ihrer internen Struktur zu entwickeln und richtig in den Kontext einzuordnen. Während also die sprachlich-stilistische Form dominant die Redeästhetik unterstützt, gewährleistet eine treffende Argumentation die Überzeugungskraft der Rede und führt im günstigen Fall einen Meinungsanschluß oder eine Meinungsakzeptanz herbei.

 

Um dies praktisch zu erreichen, stehen uns die verschiedenen Mittel und Techniken der methodischen Argumentation zur Verfügung. Argumentative Muster und Figuren sind zwar bereits Basisbestandteil unserer normalen Rede, können aber - wie andere rhetorische Elemente auch - akzentuiert und optimiert werden.

 

Überzeugende Argumentation verlangt einige Voraussetzungen. Dazu gehören:

  • eine ausgeglichene (angstfreie) Zuhörerbeziehung

  • die eigene Überzeugtheit (Aufrichtigkeitsbedingung)

  • ein verständlicher sprachlicher Gesamtausdruck

  • Folgerichtigkeit der Gedanken

  • Geeignete situative Bedingungen (Zeit, Handlungsmöglichkeiten usw.)

  • Interessen, Motivationen und Bedürfnisse der Zuhörer

  • Erwartungen und Voreinstellungen der Zuhörer

 

Die Gliederung des Argumentationsfeldes

 

Argumentation als Technik der verbal organisierten Gedankenführung kann unter verschiedenen Aspekten beschrieben werden, die hier aus Gründen der Darstellungsklarheit gesondert betrachtet werden sollen. Wir wollen also unterscheiden zwischen:

 

a) Argumentationsarten, b) Argumentationsmustern und c) Argumentationsschemata.

 

Darüber hinaus können wir davon noch konkret auf den Fall angewandte Argumentationsstrategien unterscheiden (z.B. Täuschungs- oder Überrumpelungsstrategien, die hier allerdings nicht weiter ausgeführt werden).

 

Argumentationsarten:

 

Sie wissen aus eigener Erfahrung, daß unterschiedliche Redesituationen und Gesprächspartner je besondere Argumentationsweisen verlangen. Die wichtigsten sind:

 

1. die inhaltsbezogene Argumenation

 

2. die taktische, d.h. auf Zuhörerhaltung bzw. -einstellung bezogene Argumentation22

 

Zur ersten Gruppe gehört zunächst (1a) die menschenbezogene Argumentation (argumentatio ad hominem), die sich immer dann empfiehlt, wenn auf das menschliche Erleben, Empfinden und Bewerten von Vorgängen oder Sachverhalten Bezug genommen wird. Markante Beispiele dafür sind etwa

  • die psychologische Argumentation, bei der Gefühle, persönliche Merkmale oder Motive angesprochen werden

  • die soziale Argumentation, wenn beispielsweise mit Bezug auf die Prinzipien des Demokratieverständnisses, der Selbstverantwortung oder des Gemeinsinns argumentiert wird

  • oder die rechtliche Argumentation, die sich auf normative Regelungen, auf konkrete Rechtsansprüche oder auf Prinzipien wie „die gerechte Strafe“ beziehen kann.

 

Davon zu unterscheiden ist (1b) die gegenstandsbezogene Argumentation (argumentation ad rem), deren Wahl vor allem dann naheliegt, wenn der Überzeugungsversuch einer Sache im weiteren Sinne gilt. Insbesondere im Bereich der Fachdiskussion und der Wissenschaft ist dieser Typ von Argumentation prominent.23

 

Rudolf Neumann nennt hierfür drei Beispielbereiche:

 

die materialbetonte Argumentation (Materialqualität),

 

die verfahrensbetonte Argumenation (Qualität eines Herstellungsverfahrens oder Funktionstüchtigkeit) und die konzeptbetonte Argumentation (Konzeptschlüssigkeit, Planlogik u.a.).24

 

Die zweite Gruppe der taktischen Argumentation

 

läßt sich nach dem Prinzip der psychosozialen Ansprechbarkeit oder Einstellung subdifferenzieren; hier können wir als kriterialen Ausgangspunkt die Frage stellen: in Bezug auf welche mentale oder soziale Orientierung/Werthaltung ist der Diskussionspartner hinsichtlich der verhandelten Materie am besten anzusprechen?

 

Folgende Typen sind dabei hervorzuheben:

 

2a) die (streng) logische Argumentation, die sich der Schlußmuster der formalen Logik bedient25;

 

2b) die faktenbezogene oder auch rationale Argumentation, die ihre Überzeugungskraft aus „Gewißheiten“ bezieht;

 

2c) die erfahrungsbezogene Argumentation, die sich auf die Zustimmung zu einem gemeinsamen Erfahrungsschatz (welchen Inhalts auch immer ) baut;

 

2d) die konsensgestützte Argumentation, deren Verbindlichkeit sich auf einen bereits vorher erzielten (ausgesprochenen oder unausgesprochenen) Konsens stützt;

 

2e) die rollenbezogene Argumenation, die sich auf geltende soziale Normen der Macht- und Rollenverteilung bezieht. In einfacher Form zeigt sich dieser Typus in Sätzen wie: „Als Fachmann für Exobiologie können Sie mir glauben, daß die Aliens von Roswell Hirngespinste sind!“ oder: „Sie wollen mir als langjährigem Vereinsmitglied mit Ihren 25 Jahren doch nicht erklären wollen, daß...“

 

2f) die emotionale Argumentation, die (im Gegensatz zur rationalen) an bestimmte Gefühle appelliert und dadurch einen (vorübergehenden?) Meinungs- oder Handlungsanschluß bewirkt. Stellen Sie sich zum Beispiel einen gebeutelten Steuerzahler vor, der ausruft: „Mag ja sein, daß ich keinen Rechtsanspruch auf steuerliche Berücksichtigung dieser Anschaffung habe, aber sie könnten mir doch angesichts meiner schwierigen Lage ein wenig entgegenkommen!“

 

 

Argumentationsmuster

 

Unter einem Argumentationsmuster verstehen wir

 

ein formales, nicht immer explizit hervortetendes Gliederungs- oder Strukturmuster, nach dem die einzelnen Argumentationsschritte effekt- bzw. überzeugungsorientiert angeordnet werden.

Im Prinzip haben Sie es mit einer Gliederungstechnik zu tun, die generell für den übersichtlichen Aufbau von schriftlichen oder mündlichen Texten gilt. Hier wie dort verfolgen Sie das Ziel, den Hörer mit dem Gegenstand vertraut zu machen (Aufmerksamkeit zu wecken), das jeweilige „Thema“ in Form von Thesenformulierung zu entwickeln und zu einer wirkungsvollen Schlußaussage zu kommen.

Zwar wird aufgrund erworbener Hörerkompetenzen eine (nicht zu komplexe) Argumentation recht zuverlässig und ohne große Analyse verstanden, zweifellos jedoch wird die Wirksamkeit einer Argumentation und damit der mögliche Sprechhandlungserfolg gesteigert, wenn die einzelnen Argumentationsschritte übersichtlich entwickelt und präzise ausgeformt sind.

 

Das einfachste Muster ist der sogenannte Dreisatz, der unter vielen möglichen Varianten etwa folgende Struktur haben kann:

 

 

1. Einleitung; 2. These/Begründung; 3. Schlußfolgerung oder Zielsatz

 

Am Beispiel:

 

(1) Wir sehen doch alle, daß die Kommunen ihre originären Aufgaben nicht mehr finanzieren können

 

(2) Um die Kommunen instand zu setzen, sich ihren wichtigsten Zielen (Stadtentwicklung, Verkehr, Kultur u.a.) zu widmen, müssen sie von anderen Leistungen befreit werden

 

(3) Daher sollte für die Sozialhilfeleistungen der Bund aufkommen

 

 

Da der Dreisatz selten eine ausführliche Argumentation erlaubt, ist die erweiterte Fünfsatzstruktur wegen der größeren Entfaltungschancen häufig angemessener.26

Hier sind viele Realisationsformen denkbar, wobei auch ein einzelner Schritt der Beweisführung untergliedert werden kann (z.B. bei gleichartigen Begründungen in Folge).27

 

 

Eine Grundform des Fünfsatzes sieht etwa so aus:

 

1. Eröffnung, 2. Argument A, 3. Argument B,
4. Beispiele, 5. Zusammenfassung (Konklusion)

 

oder:

 

1.Behauptung, 2. Forderung, 3. Vorschlag A; 4. Vorschlag B; 5. Allgemeine Schlußfolgerung.

 

Beispiel:

 

1. Die Autobahn wir für den Staat zu teuer

 

2. Die Kosten müßten anders und d.h. hier gerechter umverteilt werden.

 

3. Man muß nach dem Verursacherprinzip diejenigen stärker heranziehen, die am häufigsten Auto fahren

 

4. Wir müßten dann auch ausländische Nutzer an den Kosten beteiligen

 

5. Alle sollten wir eine generelle Maut für alle Autobahnnutzer einführen.

 

 

Zusätzlich zur Gliederung der einzelnen Argumentationsschritte kann im Argumentblock, d.h. im arumentativen Mittelstück der Argumentation, auch eine bestimmte Form der argumentativen Reihung gewählt werden. Generell werden drei Reihungsformen unterschieden:28

 

1. die steigernde Reihe nach dem Gewicht der Argumente

 

 

3. 

 

 

  2.

 

 

       1.  

 

 

 

      2. die dramaturgische Reihung

 

 

 

 

 

3.   

 

    2.  

 

 

              1.                 

 

 

 

 

 

    3. die dialektische Reihung

 

 

 

      1.  These                                       2.  These

                                             

 

          

                                                        3.  These                                           

 

 

 

Egal, welches Muster man im einzelnen befolgen will - entscheidend ist vor allem die inhaltliche Abstimmung (Anpassung an das Argumentationsziel), die Optimierung der Verständlichkeit und die pragmatische Situationseinschätzung.

 

 

Muster der gezeigten Art sind im übrigen immer synergetisch verbunden mit bestimmten Argumentationsschemata. Darunter sind Wirkschemata logischer und psychologischer Art zu verstehen, die der Argumentation ein zusätzliches Profil bzw. verstärkte Durchschlagskraft verleihen können. Die Schemata teilen den Vorteil aller konventionellen Denkmuster, insofern sie auf bekannte gedankliche Grundstrukturen bei Sprechern wie bei Hörern zurückgreifen.

 

Konkret können Argumentationsverfahren u.a. folgende Form haben:29

 

  • Deduktion: Schließen vom Allgemeinen auf das Besondere

  • Induktion: umgekehrt zur Deduktion Ausgehen vom Besonderen mit Schluß auf die Gesamtheit

  • das Wenn-dann-Schema

  • die einfache Aneinanderreihung

  • der Pro-Kontra-Vergleich

  • die dialektische Methode (Gegenüberstellung zweier antithetischer Aussagen/Argumente und ihre anschließende Aufhebung in einer erweiterten dritten Lösung)

  • den Kompromiß

und wenige weitere Sonderformen.

 

 

Anmerkungen:

 

1 Einen kurzen Abriß der Rhetorikgeschichte finden Sie in Hermann Schlüter: Grundkurs Rhetorik, 13. Auflage, München 1994

2 Attisch = Adjektiv zu Attika, der mittelgriechischen Halbinsel mit Athen als Hauptstadt. Attika gilt als „Kernland“ der griechischen Rhetorik

3 Helmut Rehbock: Rhetorik, in: Lexikon der Germanistischen Linguistik, Bd. II, 2. Auflage, Tübingen 1980, S. 296

4 Wir können uns hier die Formulierung von Habermas in Erinnerung rufen, der „vom zwanglosen Zwang des besseren, in Rede vorgetragenen Arguments“ spricht.

5 Vgl. H. Rehbock, a.a.O. und Rudolf Neumann: Zielwirksam reden, 6. Auflage, Renningen-Malmsheim 1995

6 Siehe dazu weiter unten den Abschnitt zur Redeverständlichkeit

7 Persuasiv hier gemeint im Doppelsinne von ‘überzeugen’ und ‘überreden’

8 Hierzu gehören etwa feierliche Ansprachen, Antritts- und Abschiedsreden.

9 Erläuternd sei angemerkt, daß hier, wenn von ‘Rede’ und ‘Redner’ gesprochen wird, in der Regel nicht die Textsorte Rede als förmliche Ansprache gemeint ist, sondern eine allgemeine Form des adressierten Redens (unter Beobachtung ). Dazu können Statements, längere Diskussionsbeiträge, Lehrgespräche und viele andere Formen der verbalen Darstellung gehören.

10 Diese reichen von dialektalen Eigenarten, die wechselnder normativer Bewertung unterliegen, bis zu Sprechfehlern oder -störungen (lispeln, verschleifen u.a.)

11 Um nur zwei Lehrwerke zu diesem Aspekt zu nennen, erwähne ich J. Hey: „Die Kunst des Sprechens, hrsg, von Fritz Reusch, Mainz 1956 und Chr. Winkler: Deutsche Sprechkunde und Sprecherziehung, 2. Auflage, Düsseldorf 1969

12 Gudrun Fey/Heinrich Fey: Redetraining als Persönlichkeitsbildung, Berlin, Bonn u. Regensburg 1996

13 Kinesik (griechisch) = Bewegung; dementsprechend hier kinesisch = die Körperbewegung betreffend

14 Die Formel ist entnommen aus: Rudolf Neumann, a.a.O., S. 171f. Die weiteren Ausführungen gehen über Neumann hinaus.

15 Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun, Reinhard Tausch: Sich verständlich ausdrücken, 2. Auflage, München/Basel 1981, S. 14ff.

16 Einige der Beispiele sind entnommen aus: Susanne Montamedi: Rede und Vortrag, Weinheim/Basel 1993 sowie aus Werner Tusche: Reden und überzeugen. Rhetorik im Alltag, 2. Auflage, Köln 1993

17 Die Fachwörter setzen wir in Klammern, da sie in der Literatursprache geläufiger sind als die Übersetzungen

18 Vgl. G. und H. Fey, a.a.O., S. 142f.

19 Reiner Brehler: Modernes Redetraining: Sicher auftreten - überzeugend vortragen, Niederhausen/Ts. 1995, S. 17

20 Ergänzungen zum Argumentblock folgen im nächsten Kapitelabschnitt

21 G. und H.Fey, a.a.O., S. 145

22 Ich folge in meiner Unterscheidung teilweise der von Rudolf Neumann vorgeschlagenen Systematik; in: ders.: Zielwirksam reden, .a.a.O., S.148 ff.

23 Was nicht bedeuten muß, daß es dabei tatsächlich immer um „Gegenstände“ gehen muß. In dieser spezialisierten Argumentationsform - neben der streng logischen - drückt sich am stärksten die moderne Rationalitätsorientierung aus.

24 Rudolf Neumann, a.a.O., S. 150

25 Hierhin gehören die bekannten Schlußmuster (Syllogismen) Deduktion, Induktion oder der Hypothetische Schluß. Beispiel für den letzteren: Obersatz: Wenn es regnet, wird die Straße naß; 2. Satz: es hat geregnet; Schlußfolgerung: dann muß jetzt wohl die Straße naß sein.

26 Dazu mit Beispielen: Horst Schuh/Wolfgang Watzke: Erfolgreich reden und argumentieren. Grundkurs Rhetorik, 4. Auflage, Ismaning 1992

27 Der Fünfsatz ist zwar übersichtlich, kann aber durchaus, wenn es nötig erscheint, erweitert werden. Mehrsätzige Argumenationen aus 6 oder 7 Schritten sind keine Seltenheit.

28 Vgl. Rudolf Neumann, a.a.O., S. 80ff.

29 Vgl. Horst Schuh und Wolfgang Watzke, a.a.O., S. 70-76 und Werner Tusche: Reden und überzeugen, a.a.O., S. 140ff.

 

 

 

 

 

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